Mitgliederbereich

Bitte geben Sie ihren Benutzernamen oder E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten eine E-Mail zum Zurücksetzen des Passworts.

Bitte geben Sie ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten die E-Mail zum Abschließen der Registrierung erneut. Bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner.

Warum die Handlungsfähigkeit sächsischer Kommunen untrennbar mit ihren Wohnungsunternehmen verbunden ist – Die neue vdw AKTUELL ist da

2. Juli 2026

Es gibt Begriffe, die erst dann ihre ganze Bedeutung zeigen, wenn der Alltag sie prüft. Handlungsfähigkeit ist so ein Begriff. Sie entscheidet sich nicht in Grundsatzpapieren, sondern vor Ort. Im Quartier, bei der Nahversorgung, in der Arztpraxis, auf dem Spielplatz oder in der Frage, ob eine Kommune noch gestalten kann oder nur noch verwaltet. Deshalb ist Wohnen heute mehr als eine Branchenfrage. Wohnen ist Daseinsvorsorge. Und Daseinsvorsorge ist Vertrauensarbeit.

Unsere Mitgliedsunternehmen stehen genau an dieser Schnittstelle. Sie schaffen nicht nur Wohnraum, sie halten auch Orte zusammen. Sie investieren, modernisieren, stabilisieren Nachbarschaften und übernehmen Verantwortung dort, wo kommunale Spielräume enger werden. Das ist eine Stärke. Aber sie ist nicht unbegrenzt. Wer Wohnungsunternehmen immer stärker als Stabilitätsanker begreift, muss ihnen auch die Kraft lassen, diese Rolle auszufüllen. Verantwortung braucht wirtschaftliche Substanz, verlässliche Rahmenbedingungen und Entscheidungen, die vor Ort tatsächlich umsetzbar sind.

Die Zahlen dieser Ausgabe machen diese Spannung sichtbar. Die Mieten bleiben im Durchschnitt weiterhin moderat. Gleichzeitig wachsen Betriebs- und Energiekosten dynamischer als die Nettokaltmiete. Die zweite Miete wird für viele Haushalte zur eigentlichen Belastungsprobe. Auch die Investitionen erzählen keine einfache Erfolgsgeschichte. Mehr als 700 Millionen Euro flossen 2025 in die Bestände, vor allem in Erhalt, Modernisierung und Anpassung. Der Neubau dagegen verliert weiter an Kraft. Das ist keine Momentaufnahme, sondern ein Warnsignal. Die Zukunft des Wohnens entscheidet sich zunehmend im Bestand.

Genau dort setzt diese Ausgabe an. Sie zeigt, warum die Energiefrage nicht länger im Heizungskeller endet, sondern im Quartier beantwortet werden muss. Sie zeigt, wie unterschiedlich die Wege in Hoyerswerda, Augustusburg, Raschau und Werdau sein können und warum es nicht die eine technische Lösung gibt, sondern tragfähige lokale Strategien. Sie zeigt auch, dass Fläche neu gedacht werden muss. Leerstand ist nicht nur ein Defekt in der Bilanz. Er kann ebenso Spielraum für neue Nutzungen, neue Lebensphasen und neue Nachbarschaften sein.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie wir Mangel verwalten. Die entscheidende Frage lautet, wie wir Handlungsfähigkeit unter Bedingungen organisieren, die schwieriger werden. Darauf gibt es keine einfache Antwort. Aber es gibt eine klare Haltung. Wir brauchen Kooperation statt Zuständigkeitsdebatten, Machbarkeit statt Maximalforderungen und Verlässlichkeit statt kurzfristiger Symbolpolitik. Kommunen und Wohnungsunternehmen sind aufeinander angewiesen. Wenn ein Teil schwächer wird, verliert auch der andere an Kraft.

Diese Ausgabe ist deshalb keine Krisenbeschreibung um der Krise willen. Sie ist eine Einladung, genauer hinzusehen. Auf die Menschen vor Ort, auf die Leistungsfähigkeit unserer Unternehmen und auf die Verantwortung der Politik, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn bezahlbares, sicheres und gutes Wohnen entsteht nicht durch Anspruch allein. Es entsteht dort, wo Verantwortung getragen werden kann.

 

Themen dieser Ausgabe

  • Systemfrage Wohnen: Warum die Handlungsfähigkeit sächsischer Kommunen untrennbar mit ihren Wohnungsunternehmen verbunden ist
  • Energiegeladen: Wie sächsische Wohnungsunternehmen Nebenkosten im Griff behalten
  • Out of the Box: Die Neucodierung der Flächenfrage im Wohn- und Lebensraum
  • Statistik: Daten und Fakten zu Sachsens Wohnungswirtschaft

 

Diese und weitere Themen lesen Sie in unserer neuen vdw AKTEULL.