Mitgliederbereich

Bitte geben Sie ihren Benutzernamen oder E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten eine E-Mail zum Zurücksetzen des Passworts.

Bitte geben Sie ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten die E-Mail zum Abschließen der Registrierung erneut. Bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner.

Pressemappe


Downloads

Pressemitteilungen

Energische Schritte jetzt!

Sächsische Wohnungs- und Energiewirtschaft fordern verlässliche Förderung, bezahlbare Fernwärme und eine faire Lastenverteilung

Die Energie- und Wärmewende ist in der sächsischen Wohnungs- und Energiewirtschaft längst operative Realität. Steigende CO₂-Kosten, hohe Investitionsbedarfe, neue Abrechnungs- und Umlageregelungen sowie kurzfristig veränderte Förderbedingungen erhöhen den Druck auf die Mieter, die sozial orientierten Wohnungsunternehmen und die kommunalen Energieversorger. Damit bezahlbares Wohnen und eine sichere Wärmeversorgung auch in Zukunft gewährleistet bleiben, fordern der Verband kommunaler Unternehmen e. V., Landesgruppe Sachsen (VKU), der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. und der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) energische Schritte.

Anlässlich ihrer gemeinsamen Pressekonferenz in Dresden machen die drei Verbände deutlich: Wohnen und Energieversorgung müssen gemeinsam gedacht werden. Eine sozialverträgliche Wärmewende kann nur gelingen, wenn Investitionen wirtschaftlich darstellbar, politische Rahmenbedingungen langfristig verlässlich und die entstehenden Kosten transparent sowie fair verteilt sind. Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

„Es ist Zeit für wirksame, pragmatische und zielgerichtete Maßnahmen durch verlässliche Rahmenbedingungen. Wohnungsunternehmen dürfen nicht zum Versuchsfeld einer Transformation werden, bei der Aufwand, Unsicherheit und Risiko auseinanderfallen. Wir planen und investieren über Jahrzehnte. Gleichzeitig wachsen mit jeder neuen Umlage-, Berechnungs- und Nachweispflicht der Verwaltungsaufwand und das Fehlerrisiko. Die Verantwortung für Kosten und Faktoren, die Wohnungsunternehmen kaum oder gar nicht beeinflussen können, darf nicht einseitig bei den Vermietern landen. Die Wärmewende braucht eine faire Lastenverteilung zwischen Staat, Energiewirtschaft, Vermieter sowie Mieter und sie muss für die Menschen bezahlbar bleiben“, betont VSWG-Vorstand Mirjam Philipp.

Besonders gravierend sind die zum 21. Juli 2026 geänderten Bedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nach Berechnung der Verbände sinkt bei einer geförderten Einzelmaßnahme in einem Gebäude mit zwölf Wohnungen die förderfähige Kostenbasis von 360.000 Euro auf 151.000 Euro – ein Rückgang um rund 58 Prozent. Bei der Effizienzhausförderung wurden die Tilgungszuschüsse pauschal um zehn Prozentpunkte reduziert und zugleich entfällt der zusätzliche EE-Bonus. Damit erhalten die Stufen EH 85 EE und EH 70 EE keinen Tilgungszuschuss mehr. Für EH 55 EE verbleiben fünf Prozent und damit bei voller Ausschöpfung des Kreditbetrags höchstens 7.500 Euro statt zuvor bis zu 30.000 Euro je Wohnung.

„Die neue Förderung schwächt ausgerechnet die Breitenmodernisierung. Förderung darf nicht nur einzelne Leuchtturmprojekte ermöglichen. Sie muss dort ansetzen, wo für jeden investierten Euro möglichst viel CO₂ eingespart und zugleich bezahlbarer Wohnraum erhalten werden kann. Wenn Förderbedingungen mit kaum planbarem Vorlauf geändert werden, die Effizienzhausstufen 70 EE und 85 EE ohne Tilgungszuschuss bleiben und die sächsische Förderung zwingend an die Bundesförderung gekoppelt ist, geraten wirtschaftlich tragfähige Modernisierungen ins Wanken. Dann werden Vorhaben verschoben, reduziert oder vollständig unmöglich und bezahlbares Wohnen sowie Klimaschutz verlieren gemeinsam“, erklärt vdw-Verbandsdirektor Alexander Müller.

Die Wohnungsverbände fordern daher, die Förderung stärker an tatsächlicher CO₂-Minderung und Kosteneffizienz auszurichten. Für die Effizienzhausstufen 70 EE und 85 EE sind wieder tragfähige Tilgungszuschüsse erforderlich. Zudem müsse die Degression der förderfähigen Kosten bei Mehrfamilienhäusern zurückgenommen und ein Sozialbonus für niedrigpreisige Mietwohnungs-bestände eingeführt werden. Förderänderungen benötigen angemessene Vorläufe, belastbare Übergangsregelungen und eine bessere Abstimmung zwischen Bundes- und Landesförderung.

Fernwärme spielt eine Schlüsselrolle. In den von den Verbänden ausgewerteten Beständen werden 168.657 von 213.582 Wohnungen und damit fast vier von fünf Wohnungen mit Fernwärme versorgt. 39.495 Wohnungen werden mit Gas beheizt, 5.430 entfallen auf sonstige Versorgungsarten. In den sächsischen Metropolen liegt der Fernwärmeanteil bei mehr als 90 Prozent, außerhalb bei rund 65 Prozent. Dort wird zugleich etwa ein Drittel der Wohnungen mit Gas versorgt. Zusätzlich sind in den Mitgliedsbeständen bereits mehr als 1.200 Wärmepumpen im Einsatz.

Damit wird jede Preisbewegung bei der Fernwärme unmittelbar zu einer Frage der Wohnkosten. Wohnungsunternehmen können Preisbildung und Dekarbonisierungspfad der Energieversorger jedoch nur begrenzt beeinflussen. Anders als bei Strom oder Gas besteht aus wirtschaftlich-technischen Gründen bei der Fernwärme in der Regel keine freie Anbieterwahl.

Aus Sicht der Verbände erschwert zudem das geltende Kostenneutralitätsgebot die Umstellung vermieteter Gebäude auf eine gewerbliche Wärmelieferung oder einen Wärmenetzanschluss. Der vorgeschriebene Kostenvergleich orientiert sich an historischen Verbrauchs- und Kostendaten. Investitions- und Transformationskosten einer neuen Versorgung, künftige Preissteigerungen für fossile Energie, zusätzliche CO₂-Kosten und spätere Effizienzgewinne werden dabei nur unzureichend berücksichtigt. Politisch gewünschte Anschlüsse an Wärmenetze werden dadurch wirtschaftlich und rechtlich blockiert.

„Fernwärme ist für Sachsen keine Randfrage, sondern ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Ihre Dekarbonisierung erfordert hohe und langfristige Investitionen. Diese Kosten müssen angemessen, transparent und nachvollziehbar refinanzierbar sein. Zugleich müssen Effizienzvorteile und öffentliche Fördermittel bei den Kunden ankommen, damit Transformationskosten nicht zum endlosen Preistreiber in der Fernwärme werden. Ein rückwärtsgewandter Kostenvergleich darf die politisch gewollte Umstellung auf Fernwärme nicht verhindern. Wir brauchen einen zukunftsorientierten Gesamtkostenvergleich, klare Kosten- und Preisregeln, eine verlässlich finanzierte Bundesförderung für effiziente Wärmenetze und eine Fortführung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes über 2026 hinaus“, stellt VKU-Landesgeschäftsführer Dr. Florian Gräßler

Die Pressemitteilung zum Download

Der Präsentation zum Download

vdw Aktuell 1/2026

vdw Aktuell 1/2026

Halbleiterboom braucht Wohnraumstrategie – vdw Sachsen und VSWG fordern gemeinsames Handeln für bezahlbares Wohnen und Fachkräftesicherung

 

Dresden, 24. Juni 2026. Die Ansiedlungen der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden sind eine große Chance für Sachsen. Gleichzeitig erhöhen sie den Handlungsdruck auf den Wohnungsmarkt in Dresden und das Umland erheblich. Nach den vorgestellten Szenarien ist mit 7.000 bis 15.000 zusätzlichen Zuziehenden zu rechnen. Rund 70 Prozent davon könnten ihren Wohnsitz in Dresden wählen. Daraus würde sich allein für Dresden ein zusätzlicher Bedarf von bis zu 3.000 bis 5.000 Haushalten ergeben.

 

Für den Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen e.V. (vdw Sachsen) und den Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG), die beiden Vertreter der sozial orientierten Wohnungswirtschaft im Freistaat, steht deshalb fest: Fachkräftegewinnung, Wohnraumversorgung und Mobilität müssen von Beginn an gemeinsam gedacht und strategisch aufeinander abgestimmt werden.

 

„Die Halbleiterindustrie stärkt den Wirtschafts- und Innovationsstandort Sachsen nachhaltig. Damit diese Entwicklung auch gesellschaftlich erfolgreich ist, muss die Wohnraumversorgung frühzeitig Bestandteil der Standortpolitik werden“, so VSWG-Vorstand Mirjam Philipp. „Fachkräfte entscheiden sich nicht allein für einen Arbeitsplatz. Sie entscheiden sich für ein Lebensumfeld mit bezahlbarem Wohnraum, guter Infrastruktur, kurzen Wegen und attraktiven Bildungsangeboten. Unsere Mitgliedsunternehmen können hier mit ihrer Bestandsnähe, ihrer Quartierskompetenz und ihrer langfristigen Verantwortung einen wichtigen Beitrag leisten.“

 

Die Ausgangslage bleibt anspruchsvoll. Zwar ist der Dresdner Wohnungsbestand in den vergangenen Jahren gewachsen, doch verfügbare Wohnungen befinden sich nicht zwangsläufig dort, wo neue Nachfrage entsteht, oder entsprechen den Anforderungen der künftigen Nutzergruppen. Gleichzeitig ist der Neubau angesichts hoher Baukosten, gestiegener Finanzierungskosten und wirtschaftlicher Risiken vielfach nicht darstellbar. Hinzu kommt, dass die Wohnraumbedarfe sehr unterschiedlich ausfallen. Internationale und nationale Fachkräfte, Beschäftigte in der Produktion sowie Familien benötigen unterschiedliche Wohnungsgrößen, Wohnlagen, Mobilitätsangebote und soziale Infrastruktur. Gefragt sind daher passgenaue Lösungen von der Aktivierung und Modernisierung bestehender Wohnungen über Belegungsmodelle bis hin zu regionalen Kooperationsansätzen.

 

„Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Wohnraum entsteht jedoch nicht kurzfristig und nicht ohne verlässliche Rahmenbedingungen“, erklärt Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Unsere Mitgliedsunternehmen können Bestände entwickeln, Wohnungen für Fachkräfte verfügbar machen, Belegungsrechte vereinbaren, Werkswohnmodelle unterstützen oder Unternehmenswohnungen verwalten. Dafür braucht es Planungssicherheit, wirtschaftliche Absicherung und eine ausgewogene Balance zwischen neuen Bedarfen und den Interessen der bestehenden Mieterschaft.“

 

Der vdw Sachsen und der VSWG werben deshalb unverändert weiter für eine frühzeitige und verbindliche Zusammenarbeit von Industrie, Kommunen, Region, Freistaat und Wohnungswirtschaft. Mögliche Instrumente sind langfristige Vermietungsvereinbarungen, Auftragsmodernisierungen und -neubau, der Erwerb von Belegungsrechten, digitale Vermittlungsplattformen sowie abgestimmte Mobilitätskonzepte, beispielsweise durch Werksbusse oder verbesserte ÖPNV-Anbindungen. Wichtiger Faktor ist dabei eine regionale Perspektive. Wohnraumpotenziale im Dresdner Umland können nur dann wirksam genutzt werden, wenn sie mit einer leistungsfähigen und verlässlichen Verkehrsanbindung verknüpft werden. Nur durch ein abgestimmtes Zusammenspiel von Wirtschafts-, Wohnungs- und Verkehrspolitik kann die dynamische Entwicklung des Halbleiterstandortes Sachsen sozial ausgewogen und langfristig erfolgreich gestaltet werden. „Unsere Unternehmen sind unverändert zur Unterstützung bereit“, so die beiden Verbandsdirektoren.

 

DOWNLOAD PRESSESTATEMENT

Ansprechpartner


Verbandsdirektor

Alexander Müller

Tel.: 035149177-0|E-Mail: amueller@vdw-sachsen.de
vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V.

Teamassistentin und Öffentlichkeitsarbeit

Katharina Blum

Aufgaben:
  • Sekretariat und Teamassistenz
  • Unterstützung des Verbandsdirektors in administrativen und organisatorischen Belangen und bei der Öffentlichkeitsarbeit
  • Koordinierung von Terminen, Meetings und Veranstaltungen
  • Kommunikation mit Mitgliedern, Partnern und externen Institutionen
  • servicetechnische Betreuung von Gästen und Veranstaltungen
Tel.: 0351 49177-27|Mobil: 0173 7016592|E-Mail: kblum@vdw-sachsen.de
vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V.