Mitgliederbereich

Bitte geben Sie ihren Benutzernamen oder E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten eine E-Mail zum Zurücksetzen des Passworts.

Bitte geben Sie ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten die E-Mail zum Abschließen der Registrierung erneut. Bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner.

Archiv


Pressemitteilungen

Energische Schritte jetzt!

Sächsische Wohnungs- und Energiewirtschaft fordern verlässliche Förderung, bezahlbare Fernwärme und eine faire Lastenverteilung

Die Energie- und Wärmewende ist in der sächsischen Wohnungs- und Energiewirtschaft längst operative Realität. Steigende CO₂-Kosten, hohe Investitionsbedarfe, neue Abrechnungs- und Umlageregelungen sowie kurzfristig veränderte Förderbedingungen erhöhen den Druck auf die Mieter, die sozial orientierten Wohnungsunternehmen und die kommunalen Energieversorger. Damit bezahlbares Wohnen und eine sichere Wärmeversorgung auch in Zukunft gewährleistet bleiben, fordern der Verband kommunaler Unternehmen e. V., Landesgruppe Sachsen (VKU), der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. und der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) energische Schritte.

Anlässlich ihrer gemeinsamen Pressekonferenz in Dresden machen die drei Verbände deutlich: Wohnen und Energieversorgung müssen gemeinsam gedacht werden. Eine sozialverträgliche Wärmewende kann nur gelingen, wenn Investitionen wirtschaftlich darstellbar, politische Rahmenbedingungen langfristig verlässlich und die entstehenden Kosten transparent sowie fair verteilt sind. Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

„Es ist Zeit für wirksame, pragmatische und zielgerichtete Maßnahmen durch verlässliche Rahmenbedingungen. Wohnungsunternehmen dürfen nicht zum Versuchsfeld einer Transformation werden, bei der Aufwand, Unsicherheit und Risiko auseinanderfallen. Wir planen und investieren über Jahrzehnte. Gleichzeitig wachsen mit jeder neuen Umlage-, Berechnungs- und Nachweispflicht der Verwaltungsaufwand und das Fehlerrisiko. Die Verantwortung für Kosten und Faktoren, die Wohnungsunternehmen kaum oder gar nicht beeinflussen können, darf nicht einseitig bei den Vermietern landen. Die Wärmewende braucht eine faire Lastenverteilung zwischen Staat, Energiewirtschaft, Vermieter sowie Mieter und sie muss für die Menschen bezahlbar bleiben“, betont VSWG-Vorstand Mirjam Philipp.

Besonders gravierend sind die zum 21. Juli 2026 geänderten Bedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nach Berechnung der Verbände sinkt bei einer geförderten Einzelmaßnahme in einem Gebäude mit zwölf Wohnungen die förderfähige Kostenbasis von 360.000 Euro auf 151.000 Euro – ein Rückgang um rund 58 Prozent. Bei der Effizienzhausförderung wurden die Tilgungszuschüsse pauschal um zehn Prozentpunkte reduziert und zugleich entfällt der zusätzliche EE-Bonus. Damit erhalten die Stufen EH 85 EE und EH 70 EE keinen Tilgungszuschuss mehr. Für EH 55 EE verbleiben fünf Prozent und damit bei voller Ausschöpfung des Kreditbetrags höchstens 7.500 Euro statt zuvor bis zu 30.000 Euro je Wohnung.

„Die neue Förderung schwächt ausgerechnet die Breitenmodernisierung. Förderung darf nicht nur einzelne Leuchtturmprojekte ermöglichen. Sie muss dort ansetzen, wo für jeden investierten Euro möglichst viel CO₂ eingespart und zugleich bezahlbarer Wohnraum erhalten werden kann. Wenn Förderbedingungen mit kaum planbarem Vorlauf geändert werden, die Effizienzhausstufen 70 EE und 85 EE ohne Tilgungszuschuss bleiben und die sächsische Förderung zwingend an die Bundesförderung gekoppelt ist, geraten wirtschaftlich tragfähige Modernisierungen ins Wanken. Dann werden Vorhaben verschoben, reduziert oder vollständig unmöglich und bezahlbares Wohnen sowie Klimaschutz verlieren gemeinsam“, erklärt vdw-Verbandsdirektor Alexander Müller.

Die Wohnungsverbände fordern daher, die Förderung stärker an tatsächlicher CO₂-Minderung und Kosteneffizienz auszurichten. Für die Effizienzhausstufen 70 EE und 85 EE sind wieder tragfähige Tilgungszuschüsse erforderlich. Zudem müsse die Degression der förderfähigen Kosten bei Mehrfamilienhäusern zurückgenommen und ein Sozialbonus für niedrigpreisige Mietwohnungs-bestände eingeführt werden. Förderänderungen benötigen angemessene Vorläufe, belastbare Übergangsregelungen und eine bessere Abstimmung zwischen Bundes- und Landesförderung.

Fernwärme spielt eine Schlüsselrolle. In den von den Verbänden ausgewerteten Beständen werden 168.657 von 213.582 Wohnungen und damit fast vier von fünf Wohnungen mit Fernwärme versorgt. 39.495 Wohnungen werden mit Gas beheizt, 5.430 entfallen auf sonstige Versorgungsarten. In den sächsischen Metropolen liegt der Fernwärmeanteil bei mehr als 90 Prozent, außerhalb bei rund 65 Prozent. Dort wird zugleich etwa ein Drittel der Wohnungen mit Gas versorgt. Zusätzlich sind in den Mitgliedsbeständen bereits mehr als 1.200 Wärmepumpen im Einsatz.

Damit wird jede Preisbewegung bei der Fernwärme unmittelbar zu einer Frage der Wohnkosten. Wohnungsunternehmen können Preisbildung und Dekarbonisierungspfad der Energieversorger jedoch nur begrenzt beeinflussen. Anders als bei Strom oder Gas besteht aus wirtschaftlich-technischen Gründen bei der Fernwärme in der Regel keine freie Anbieterwahl.

Aus Sicht der Verbände erschwert zudem das geltende Kostenneutralitätsgebot die Umstellung vermieteter Gebäude auf eine gewerbliche Wärmelieferung oder einen Wärmenetzanschluss. Der vorgeschriebene Kostenvergleich orientiert sich an historischen Verbrauchs- und Kostendaten. Investitions- und Transformationskosten einer neuen Versorgung, künftige Preissteigerungen für fossile Energie, zusätzliche CO₂-Kosten und spätere Effizienzgewinne werden dabei nur unzureichend berücksichtigt. Politisch gewünschte Anschlüsse an Wärmenetze werden dadurch wirtschaftlich und rechtlich blockiert.

„Fernwärme ist für Sachsen keine Randfrage, sondern ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Ihre Dekarbonisierung erfordert hohe und langfristige Investitionen. Diese Kosten müssen angemessen, transparent und nachvollziehbar refinanzierbar sein. Zugleich müssen Effizienzvorteile und öffentliche Fördermittel bei den Kunden ankommen, damit Transformationskosten nicht zum endlosen Preistreiber in der Fernwärme werden. Ein rückwärtsgewandter Kostenvergleich darf die politisch gewollte Umstellung auf Fernwärme nicht verhindern. Wir brauchen einen zukunftsorientierten Gesamtkostenvergleich, klare Kosten- und Preisregeln, eine verlässlich finanzierte Bundesförderung für effiziente Wärmenetze und eine Fortführung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes über 2026 hinaus“, stellt VKU-Landesgeschäftsführer Dr. Florian Gräßler

Die Pressemitteilung zum Download

Der Präsentation zum Download

vdw Aktuell 1/2026

vdw Aktuell 1/2026

Halbleiterboom braucht Wohnraumstrategie – vdw Sachsen und VSWG fordern gemeinsames Handeln für bezahlbares Wohnen und Fachkräftesicherung

 

Dresden, 24. Juni 2026. Die Ansiedlungen der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden sind eine große Chance für Sachsen. Gleichzeitig erhöhen sie den Handlungsdruck auf den Wohnungsmarkt in Dresden und das Umland erheblich. Nach den vorgestellten Szenarien ist mit 7.000 bis 15.000 zusätzlichen Zuziehenden zu rechnen. Rund 70 Prozent davon könnten ihren Wohnsitz in Dresden wählen. Daraus würde sich allein für Dresden ein zusätzlicher Bedarf von bis zu 3.000 bis 5.000 Haushalten ergeben.

 

Für den Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen e.V. (vdw Sachsen) und den Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG), die beiden Vertreter der sozial orientierten Wohnungswirtschaft im Freistaat, steht deshalb fest: Fachkräftegewinnung, Wohnraumversorgung und Mobilität müssen von Beginn an gemeinsam gedacht und strategisch aufeinander abgestimmt werden.

 

„Die Halbleiterindustrie stärkt den Wirtschafts- und Innovationsstandort Sachsen nachhaltig. Damit diese Entwicklung auch gesellschaftlich erfolgreich ist, muss die Wohnraumversorgung frühzeitig Bestandteil der Standortpolitik werden“, so VSWG-Vorstand Mirjam Philipp. „Fachkräfte entscheiden sich nicht allein für einen Arbeitsplatz. Sie entscheiden sich für ein Lebensumfeld mit bezahlbarem Wohnraum, guter Infrastruktur, kurzen Wegen und attraktiven Bildungsangeboten. Unsere Mitgliedsunternehmen können hier mit ihrer Bestandsnähe, ihrer Quartierskompetenz und ihrer langfristigen Verantwortung einen wichtigen Beitrag leisten.“

 

Die Ausgangslage bleibt anspruchsvoll. Zwar ist der Dresdner Wohnungsbestand in den vergangenen Jahren gewachsen, doch verfügbare Wohnungen befinden sich nicht zwangsläufig dort, wo neue Nachfrage entsteht, oder entsprechen den Anforderungen der künftigen Nutzergruppen. Gleichzeitig ist der Neubau angesichts hoher Baukosten, gestiegener Finanzierungskosten und wirtschaftlicher Risiken vielfach nicht darstellbar. Hinzu kommt, dass die Wohnraumbedarfe sehr unterschiedlich ausfallen. Internationale und nationale Fachkräfte, Beschäftigte in der Produktion sowie Familien benötigen unterschiedliche Wohnungsgrößen, Wohnlagen, Mobilitätsangebote und soziale Infrastruktur. Gefragt sind daher passgenaue Lösungen von der Aktivierung und Modernisierung bestehender Wohnungen über Belegungsmodelle bis hin zu regionalen Kooperationsansätzen.

 

„Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Wohnraum entsteht jedoch nicht kurzfristig und nicht ohne verlässliche Rahmenbedingungen“, erklärt Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Unsere Mitgliedsunternehmen können Bestände entwickeln, Wohnungen für Fachkräfte verfügbar machen, Belegungsrechte vereinbaren, Werkswohnmodelle unterstützen oder Unternehmenswohnungen verwalten. Dafür braucht es Planungssicherheit, wirtschaftliche Absicherung und eine ausgewogene Balance zwischen neuen Bedarfen und den Interessen der bestehenden Mieterschaft.“

 

Der vdw Sachsen und der VSWG werben deshalb unverändert weiter für eine frühzeitige und verbindliche Zusammenarbeit von Industrie, Kommunen, Region, Freistaat und Wohnungswirtschaft. Mögliche Instrumente sind langfristige Vermietungsvereinbarungen, Auftragsmodernisierungen und -neubau, der Erwerb von Belegungsrechten, digitale Vermittlungsplattformen sowie abgestimmte Mobilitätskonzepte, beispielsweise durch Werksbusse oder verbesserte ÖPNV-Anbindungen. Wichtiger Faktor ist dabei eine regionale Perspektive. Wohnraumpotenziale im Dresdner Umland können nur dann wirksam genutzt werden, wenn sie mit einer leistungsfähigen und verlässlichen Verkehrsanbindung verknüpft werden. Nur durch ein abgestimmtes Zusammenspiel von Wirtschafts-, Wohnungs- und Verkehrspolitik kann die dynamische Entwicklung des Halbleiterstandortes Sachsen sozial ausgewogen und langfristig erfolgreich gestaltet werden. „Unsere Unternehmen sind unverändert zur Unterstützung bereit“, so die beiden Verbandsdirektoren.

 

DOWNLOAD PRESSESTATEMENT

Bezahlbares Wohnen im Freistaat Sachsen unter Druck

 

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Sachsen präsentierte die wichtigsten Kennzahlen der Jahresstatistik 2025

 

Dresden, 28. Mai 2026 Bezahlbares Wohnen ist auch in Sachsen längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft steht vor der Herausforderung, steigende Kosten, Klimaziele, Investitionen und sozial verträgliche Mieten gleichzeitig stemmen zu müssen, erklärten der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) und der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz zur Vorstellung der Zahlen der Jahresstatistik 2025.

Erstmals präsentierten beide Verbände ihre wichtigsten Kennzahlen gemeinsam und richteten dabei auch gemeinsame wohnungspolitische Forderungen an Bund und Freistaat Sachsen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die sozial orientierten Wohnungsunternehmen beider Verbände bleiben angespannt, trotz leicht steigender Investitionen und einer vorsichtigen Stabilisierung einzelner Marktsegmente.

 

Hohe Investitionen – aber kaum Impulse für den Neubau

Die 199 im VSWG organisierten Wohnungsgenossenschaften investierten im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 623,4 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 12,1 Mio. Euro (2 Prozent) gegenüber 2024 (611,3 Millionen Euro). Der Schwerpunkt lag erneut auf der Instandhaltung (371,5 Mio. Euro) und Modernisierung (209,4 Mio. Euro) der Bestände. Gleichzeitig verharren die Investitionen in den Neubau mit 42,5 Millionen Euro weiterhin auf niedrigem Niveau. Lediglich 176 Wohnungen wurden im Jahr 2025 neu gebaut.

„Die Baupreise steigen zwar langsamer als in den Vorjahren, dennoch führen höhere Investitionen real zu immer geringeren Bauleistungen. Besonders der Neubau bleibt unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich kaum darstellbar“, erklärte VSWG-Vorstand Mirjam Philipp.

Die 117 im vdw Sachsen organisierten Wohnungsunternehmen investierten im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 703,6 Mio. Euro. Das entspricht einem Anstieg von 68,4 Mio. Euro (knapp 11 Prozent). Gestiegen sind vor allem die Investitionen in die Instandsetzung (297,3 Mio. Euro; Anstieg um 5,7 Mio. Euro) und Modernisierung (284,7 Mio. Euro; Anstieg um 67,9 Mio. Euro), was seine Ursache in einem sehr attraktiven und gut genutzten Förderprogramm hat.

Auch im Neubau gab es auf niedrigem Niveau in 2025 noch einen leichten Anstieg bei den Fertigstellungen (762 Wohnungen zu 719 im Vorjahr), was insbesondere Fertigstellungen bereits begonnener Projekte betrifft. Die Neubau-Investitionen waren aber bereits rückläufig „Wir erwarten in diesen und in den folgenden Jahren einen dramatischen Einbruch im Neubau. Die Prognosen unserer Mitgliedsunternehmen sind sehr düster“, erläuterte vdw-Verbandsdirektor Alexander Müller.

Gleichzeitig rechnen die Verbände weiterhin mit hohen finanziellen Belastungen durch energetische Modernisierung, steigende Baukosten sowie wachsende Anforderungen an Klimaschutz und Dekarbonisierung.

 

Wohnkosten steigen weiter – Mieten bleiben vergleichsweise moderat

Die durchschnittliche Nettokaltmiete der sächsischen Wohnungsgenossenschaften stieg 2025 auf 5,75 Euro/m2. Trotz der Kostensteigerungen liegt das Mietniveau damit weiterhin deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Die sogenannte „zweite Miete“ entwickelt sich hingegen zunehmend zum Belastungsfaktor. Die warmen Betriebskosten stiegen auf durchschnittlich 1,61 Euro/m2, die kalten Betriebskosten auf 1,56 Euro/m2. Damit entfallen mittlerweile rund 35,5 Prozent der Bruttowarmmiete auf Betriebs- und Heizkosten.

„Gerade bei den Betriebskosten zeigt sich, dass zahlreiche Kostenentwicklungen außerhalb des Einflussbereiches der Vermieter liegen. Gebühren, Energiepreise und regulatorische Anforderungen treiben die Wohnkosten weiter nach oben“, erklärte der VSWG-Vorstand.

Bei den Unternehmen des vdw Sachsen ist die Situation ganz ähnlich. Die Nettokaltmiete stieg im Durchschnitt auf 5,66 Euro/m2. Die warmen Betriebskosten mit 1,61 Euro/m2 und die kalten Betriebskosten mit 1,69 Euro/m2 machen im Durchschnitt 36,8 Prozent der Bruttowarmmiete aus.

„Während unsere Kaltmieten, unsere einzige Einnahmequelle, also weiterhin sehr günstig und weit unterhalb der Inflation gestiegen sind, sind die Betriebskosten der eigentliche Preistreiber mit zunehmend sozialer Sprengkraft“, ergänzte Verbandsdirektor Alexander Müller.

 

Leerstand bleibt zentrale Herausforderung im ländlichen Raum

Die Leerstandsquote der sächsischen Wohnungsgenossenschaften lag Ende 2025 bei 8,2 Prozent. Insgesamt standen rund 24.000 Wohnungen leer. Während sich die Wohnungsmärkte in Dresden und Leipzig vergleichsweise stabil entwickeln, kämpfen viele ländliche Regionen weiterhin mit strukturellem Leerstand und demografischen Herausforderungen.

Besonders deutlich werden die regionalen Unterschiede zwischen den Großstädten und einzelnen Landkreisen mit zweistelligen Leerstandsquoten. Der Rückgang des Leerstands resultiert dabei vor allem aus Rückbau- und Stilllegungsmaßnahmen.

„Ohne den kontinuierlichen Rückbau wären die Leerstände in vielen Regionen wirtschaftlich nicht mehr beherrschbar. Gleichzeitig fehlen verlässliche Förderprogramme für den Stadtumbau und insbesondere auch für den Teilrückbau“, so Mirjam Philipp.

Das bestätigen auch die Zahlen des vdw Sachsen. Mit durchschnittlich 9,5 Prozent (über 25.300 Wohnungen) ist der Leerstand sogar leicht angestiegen. „Verbunden mit den auf dem Land noch niedrigeren Mieten sind diese Quoten, die dort noch deutlich höher sind, ein existenzieller Faktor“, beschrieb Alexander Müller die Lage.

 

Rückbau bleibt relevantes Thema

 Der Rückbau liegt mit Ausnahme des Jahres 2019 zahlenmäßig über dem Neubau. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 wurden 375 Wohnungen (Vorjahr: 464 Wohnungen) endgültig vom Markt genommen. Die weiterhin hohe Bedeutung des Rückbaus – und damit auch des Teilrückbaus – verdeutlicht vor allem das anhaltende Überangebot an Wohnungen im Freistaat Sachsen. Gleichzeitig zeugen die Zahlen von einem immensen wirtschaftlichen Druck auf die Wohnungsgenossenschaften, der letztlich durch Leerstände verursacht wird.

Beim vdw Sachsen wurden 2025 644 Wohnungen zurückgebaut, 421 mehr als noch 2024. Das unterstreicht die Situation.

 

Energieeffizienzklassen spiegeln guten energetischen Zustand des Wohnungsbestandes

Im Rahmen der Jahresstatistik erfolgte eine Abfrage zu den Energieeffizienzklassen. Die befragten Wohnungsgenossenschaften wurden gebeten, ihren Bestand in den Kategorien A+ bis H einzuordnen. Der Großteil an Wohnungen entfällt dabei auf die Energieeffizienzklasse B (32,6 Prozent) und C (39,8 Prozent). Weitere 18,2 Prozent gehören zur Energieeffizienzklasse D. Fast drei Prozent der Wohnungen liegen in der Energieeffizienzklasse A oder höher (A+). Die restlichen 5,4 Prozent verteilen sich auf die Energieeffizienzklasse E, F, G und H. Etwas mehr als ein Prozent der Wohnungen konnten bisher keiner Energieeffizienzklasse zugeordnet werden.

„Es zeigt sich, dass über 90 Prozent der Wohnungen der sächsischen Wohnungsgenossenschaften in den Energieeffizienzklassen B, C und D liegen und damit insgesamt für einen vergleichsweise guten energetischen Zustand des Wohnungsbestandes sprechen. Dies wirkt sich insbesondere auch positiv im Hinblick auf die europarechtlichen Anforderungen an die Gebäudebeschaffenheit aus“, fasste Mirjam Philipp zusammen.

Auch die Bestände der vom vdw Sachsen vertretenen Unternehmen spiegeln das wider mit 19,4 Prozent in der Energieeffizienzklasse B, 39,6 Prozent in C und 23,2 Prozent in D. Somit befindet sich über 87 Prozent des Gebäudebestands in den Energieeffizienzklassen A+ bis D. „Unsere Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht, noch lange bevor das überhaupt Pflicht wurde. Das zeigt wie verantwortungsvoll sie agieren“, erklärte Alexander Müller

 

Auswirkungen des Gebäude-Modernisierungsgesetzes auf Vermieter und Mieter

Mit Sorge betrachten VSWG und vdw Sachsen den aktuellen Kabinettsbeschluss des Gebäude-Modernisierungsgesetzes (GModG), das perspektivisch das bisherige Heizungsgesetz ablösen soll. Zwar begrüßen die Verbände grundsätzlich das Ziel, mehr Technologieoffenheit, Praxistauglichkeit und Investitionssicherheit bei der Wärmewende zu schaffen. Gleichzeitig warnen sie jedoch vor zusätzlichen finanziellen Belastungen für Wohnungsunternehmen und Mieter.

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft steht bereits heute vor enormen Investitionsanforderungen – sowohl im Bereich der energetischen Modernisierung als auch bei der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Allein die Umstellung bestehender Heizsysteme, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie notwendige Netzinfrastrukturen werden in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erfordern.

„Die Wärmewende im Gebäudebestand kann nur gelingen, wenn sie wirtschaftlich tragfähig, sozial ausgewogen und langfristig planbar gestaltet wird. Zusätzliche gesetzliche Anforderungen ohne ausreichende Förderung führen zwangsläufig zu steigenden Wohnkosten“, erklärte VSWG-Vorstand Mirjam Philipp.

Besonders kritisch sehen die Verbände die Gefahr, dass steigende Modernisierungs- und Energiekosten künftig stärker auf die Mieter durchschlagen könnten. Bereits heute entfallen rund 35,5 bis 36,8 Prozent der Bruttowarmmiete auf Betriebs- und Heizkosten. Weitere Kostensteigerungen würden insbesondere einkommensschwächere Haushalte zunehmend belasten.

„Die Wohnungsunternehmen benötigen endlich verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen und langfristig angelegte Förderprogramme, um Investitionen in eine klimafreundliche Wärmeversorgung wirtschaftlich umsetzen zu können. Das GModG darf nicht zu neuen Unsicherheiten führen. Entscheidend sind praktikable Übergangsfristen, echte Technologieoffenheit und eine dauerhaft auskömmliche Förderung. Andernfalls droht die Gefahr, dass notwendige Investitionen entweder verschoben werden oder sich die Wohnkosten für viele Mieter weiter erhöhen“, erklärte Verbandsdirektor Alexander Müller.

 

Gemeinsamer Appell an die Politik

VSWG und vdw Sachsen appellierten gemeinsam an Bund und Freistaat, die sozial orientierte Wohnungswirtschaft stärker zu unterstützen und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Dazu gehören insbesondere:

  • verlässliche und langfristige Förderprogramme,
  • wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für Neubau und Sanierung,
  • eine praxisgerechte Umsetzung klimapolitischer Vorgaben,
  • eine stärkere Unterstützung beim Stadtumbau und Rückbau sowie
  • der Abbau bürokratischer Hürden und zusätzlicher Kostenbelastungen.

„Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist ein Stabilitätsanker für den Freistaat Sachsen. Damit bezahlbares Wohnen auch künftig möglich bleibt, braucht es endlich mehr Verlässlichkeit, Planbarkeit und Realitätssinn in der Wohnungspolitik“, erklärten VSWG-Vorstand Mirjam Philipp und Verbandsdirektor Alexander Müller abschließend unisono.

 

DOWNLOAD PRESSEMITTEILUNG

DOWNLOAD PRÄSENTATION

Mitteldeutsche Wohnungsverbände schlagen Alarm: Bezahlbares Wohnen, Klimaziele und soziale Stabilität brauchen endlich realistische Rahmenbedingungen

 

Leipzig, 11. Mai 2026 – Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steht unter massivem Druck. Steigende Bau- und Energiekosten, ausbleibende Fördermittel, zunehmende regulatorische Anforderungen, die Anforderungen der Wärmewende sowie ein tiefgreifender demografischer Wandel verschärfen die Herausforderungen für die Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland erheblich.

 

 

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Pressekonferenz haben die mitteldeutschen Wohnungsverbände deshalb einen eindringlichen Appell an Bund und Länder gerichtet. Ohne realistische politische Rahmenbedingungen, verlässliche Förderprogramme und praktikable Klimaschutzstrategien drohen Investitionen auszubleiben, mit gravierenden Folgen für bezahlbaren Wohnraum, soziale Stabilität und die Erreichung der Klimaziele.

Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland bieten rund zwei Millionen Menschen und damit etwa 24 Prozent der Bevölkerung ein Zuhause. Gleichzeitig liegen ihre Mietsteigerungen weiterhin deutlich unterhalb der allgemeinen Verbraucherpreisentwicklung. Dennoch geraten die Unternehmen zunehmend an wirtschaftliche Grenzen.

 

Demografischer Wandel verschärft die Herausforderungen

Mitteldeutschland steht vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Sinkende Bevölkerungszahlen, Überalterung und Abwanderung junger Menschen verändern die Anforderungen an den Wohnungsbestand grundlegend. Bis zum Jahr 2045 wird in Mitteldeutschland ein Bevölkerungsrückgang von rund 994.000 Menschen erwartet. Damit verbunden könnte der Bedarf an rund 520.000 Wohnungen entfallen.

„Mitteldeutschland steht vor einem tiefgreifenden demografischen Wandel. Die Kombination aus Abwanderung, niedrigen Geburtenzahlen und Überalterung stellt die Wohnungswirtschaft vor besondere Herausforderungen in der nachhaltigen Entwicklung ihrer Wohnungsbestände bei gleichzeitiger Sicherung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Wohnungsunternehmen“, erklärt Doreen Mottl, Vorstand und Prüfungsdirektorin des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften Sachsen-Anhalt e.V.

 

Neubau braucht realistische Standards

Gleichzeitig kommt der Neubau zunehmend zum Erliegen. Hauptursachen sind massiv gestiegene Baukosten, hohe Anforderungen und fehlende wirtschaftliche Perspektiven. Die Verbände fordern daher einen grundlegenden Kurswechsel hin zu einfacheren, schnelleren und bezahlbaren Lösungen.

„Mut zum Bauen fällt nicht vom Himmel – es braucht endlich klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Der mitteldeutsche Wohnungsmarkt steht massiv unter Druck: explodierende Baukosten und immer engere Investitionsspielräume würgen Bauen und Neubau ab. So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen jetzt den politischen Willen zur Kurskorrektur – weg von überzogenen Vorgaben, hin zu praxistauglichen und bezahlbaren Standards“, fordert Mirjam Philipp, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V.

 

 

 

Serielles Sanieren als Schlüssel zur Klimaneutralität

Besondere Potenziale sehen die Verbände in der seriellen Sanierung standardisierter Bestände in Ostdeutschland. Gerade die zahlreichen Plattenbauten bieten die Chance, klimafreundliche Lösungen industriell zu entwickeln und in großem Maßstab umzusetzen.

„Serielles Sanieren ist für die ost- und somit auch mitteldeutsche Wohnungswirtschaft der Schlüssel zur Klimaneutralität im Bestand. Gerade unsere standardisierten Plattenbauten bieten die Chance, mit einmal entwickelten Lösungen tausende Wohnungen schnell, wirtschaftlich und klimafreundlich zu modernisieren. Wenn wir diesen Hebel nutzen, wird aus einer Herausforderung ein echter industriepolitischer Durchbruch für bezahlbares Wohnen“, erklärt Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V.

 

 

Praxisbeispiele aus Mitteldeutschland zeigen bereits heute, dass serielle Sanierung technisch umsetzbar und perspektivisch wirtschaftlich tragfähig sein kann. Gleichzeitig warnen die Verbände davor, die Klimaziele mit theoretischen Zielpfaden statt mit praktikablen Lösungen erreichen zu wollen.

 

Fehlende Fördermittel gefährden Investitionen

Die Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland stehen vor einem zweiten großen Modernisierungszyklus. Nach dem Bau vieler Bestände in DDR-Zeiten und ihrer umfassenden Sanierung in den 1990er-Jahren werden erneut erhebliche Investitionen erforderlich – insbesondere für Dekarbonisierung, altersgerechten Umbau und energetische Modernisierung.

Gleichzeitig fehlen vielerorts die notwendigen Förderkulissen. Besonders kritisch sei die Situation in Sachsen-Anhalt, wo derzeit keine aktiven Wohnraumförderprogramme zur Verfügung stehen.

„Wir haben viel aus eigener Kraft erreicht. Doch demografischer Druck und schwierige politische Rahmenbedingungen setzen klare Grenzen. Wenn wir bezahlbaren Wohnraum sichern wollen, brauchen wir jetzt ein tragfähiges, verlässliches Förderprogramm für die Bestandssanierung in der Wohnungswirtschaft“, fordert Jens Zillmann, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt e.V.

 

Gemeinsamer Appell an Bund und Länder

Die mitteldeutschen Wohnungsverbände machen deutlich: Ohne verlässliche Rahmenbedingungen, auskömmliche Förderprogramme und eine realistische Regulierung sind die anstehenden Aufgaben kaum zu bewältigen. Es braucht jetzt entschlossenes politisches Handeln und differenzierte Lösungen für den mitteldeutschen Wohnungsmarkt, um bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern und die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Die Herausforderungen in Mittel- bzw. Ostdeutschland unterscheiden sich grundlegend von den angespannten Wohnungsmärkten der Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg. Die Verbände fordern daher konkret:

•    realistische und wirtschaftlich tragfähige Klimapfade
•    verlässliche und kombinierbare Förderprogramme
•    einen gesetzlichen Basiswohnstandard
•    schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren
•    stärkere Unterstützung für Bestandssanierung und serielles Sanieren
•    eine wohnungspolitische Differenzierung zwischen Wachstums- und Schrumpfungsregionen in Deutschland
________________________________________

Die mitteldeutsche Wohnungswirtschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – für bezahlbares Wohnen, für soziale Stabilität und für eine nachhaltige Transformation des Gebäudebestandes. Dafür brauche sie jedoch endlich politische Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen statt verhindern.

Download der Präsentation der mitteldeutschen Pressekonferenz

Download der Pressemitteilung

VSWG und vdw Sachsen spenden gemeinsam 4.000 Euro an DESWOS und setzen Zeichen der Solidarität zur Weihnachtszeit

 

Gerade in der Vorweihnachtszeit rücken Themen wie Solidarität und soziale Verantwortung besonders in den Fokus. Auch in diesem Jahr unterstützen die beiden Verbände der sächsischen Wohnungswirtschaft – der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) und der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. (vdw Sachsen) – die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e. V. mit jeweils 2.000 Euro. Dies ist ein zusätzlicher Beitrag und zugleich ein wichtiges Signal zu dem, was viele der Mitgliedsunternehmen beider Verbände mit ihrem regelmäßigen Beitrag selbstverständlich bereits seit vielen Jahren leisten. Mit der gemeinsamen Spende von insgesamt 4.000 Euro möchten die Verbände der sozial orientierten Wohnungswirtschaft notleidenden Familien in Asien, Afrika und Lateinamerika die Chance auf ein sicheres Zuhause und eine bessere Zukunft geben.

„Wir möchten den Menschen in Not ein Zuhause geben und mit unserer Spende ein Zeichen der Hoffnung setzen. Die Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort ist heute aktueller denn je“, erklären Mirjam Philipp, Vorstand vom VSWG sowie Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen.

Die DESWOS engagiert sich seit über fünf Jahrzehnten weltweit für menschenwürdige Wohn- und Lebensbedingungen. Mit Projekten zum Bau von Wohnraum, zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Förderung nachhaltiger Lebensperspektiven leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung und zur Sicherung von Lebensqualität. Zahlreiche sächsische Wohnungsgenossen-schaften und Wohnungsgesellschaften unterstützen die DESWOS seit vielen Jahren – selbstverständlich und unaufgeregt durch ihre Mitgliedschaft. Ihnen gilt an dieser Stelle ein ausdrückliches Dankeschön.

„Gerade in Zeiten globaler Krisen und wachsender Unsicherheiten ist Solidarität über Grenzen hinweg unverändert wichtig. Mit unserer Unterstützung wollen wir Verantwortung übernehmen und zeigen, dass auch kleine Beiträge Großes bewirken können“, betonen die beiden Verbände.
Wenn auch Sie den Menschen in Not zu einer menschenwürdigen Unterkunft verhelfen möchten, spenden Sie bitte. Es zählt jeder Euro. Bitte geben Sie bei einer Spende über 200 Euro auch Ihre Anschrift an, damit DESWOS Ihnen im Nachgang eine Spendenbescheinigung übermitteln kann.

 

DESWOS e.V.
Spendenkonto IBAN DE87 3705 0198 0006 6022 21
Sparkasse KölnBonn SWIFT-BIC COLSDE33
Spendenstichwort: DEWOS Projekthilfe

 

Download der gesamten Pressemitteilung

vdw Aktuell 2/2025

vdw Aktuell 2/2025

Wohnraum sichern, Regionen stärken: Mitteldeutschlands Chance liegt in den Quartieren

 

Pressemitteilung der mitteldeutschen Wohnungs- und Immobilienverbände:
BFW, VSWG, vdw Sachsen, vtw, VdWg Sachsen-Anhalt, VdW Sachsen-Anhalt

 

am 01.12.2025

 

Wohnraum sichern, Regionen stärken: Mitteldeutschlands Chance liegt in den Quartieren.

Verbände aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordern tragfähige Lösungen für Klimaschutz, Infrastruktur und demografischen Wandel in den Quartieren.

Während bundesweit über Wohnungsmangel in Metropolen diskutiert wird, kämpft die mitteldeutsche Wohnungs- und Immobilienwirtschaft mit anderen Realitäten – und zu gleich mit denselben politischen Maßnahmen. Die Verbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordern ein Umdenken: Neben dem notwendigen Wohnungsneubau in Ballungsräumen sind gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land der Schlüssel zu einem stabilen Wohnungsmarkt!

Die Bestandswohnungen in den mitteldeutschen Bundesländern sind bezahlbar, aber zu nehmend unter Druck: Die Kosten für energetische Sanierung und Barrierefreiheit steigen, während die Mieten niedrig bleiben. Ohne differenzierte Förderung droht das, was einmal sozialer Fortschritt war, zur wirtschaftlichen Hypothek zu werden.

Klimaschutz darf nicht an der Miete scheitern

Die mitteldeutsche Wohnungswirtschaft steht zu den Klimazielen – aber sie braucht machbare Wege dorthin. Klimaschutz darf nicht zur sozialen Frage werden. Die Unternehmen
investieren, wo sie können. Doch mit Mieten zwischen fünf und sechs Euro pro Quadratmeter ist es unmöglich, die geforderten Sanierungsstandards allein zu stemmen. Den Paradigmenwechsel vom optimal gedämmten Einzelobjekt hin zum bestmöglichen finanziellen Ressourceneinsatz fordert die Branche schon lange. Es braucht Förderinstrumente, die Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz in Einklang bringen – differenziert nach regionalen Voraussetzungen und Mietniveaus.

 

Unsere Vollständige Pressemitteilung finden Sie hier:
Mitteldeutsche Pressemitteilung

Wirtschaft der Region unterstützt Leipzig als Olympiastadt

 

“Wir sind bereit, gemeinsam den Olymp zu erklimmen”

Download der PM Wirtschaft begrüßt Leipzig als Olympiastadt

vdw Aktuell 1/2025

 

vdw Aktuell 1/2025

Jahresstatistik 2024: „Nur so geht’s weiter!"

Der vdw Sachsen schlägt Alarm: Die aktuellen Zahlen zeigen eine bedrohliche Schieflage. Neubau stagniert, Leerstände auf dem Land bleiben hoch, Investitionen reichen kaum für die großen Herausforderungen der Zukunft. Die soziale Wohnungswirtschaft braucht endlich verlässliche politische Unterstützung, neue Klimastrategien und einen ehrlichen Blick auf die wachsende soziale Belastung durch steigende Betriebskosten. Der Praxispfad CO2-Reduktion bietet konkrete Lösungen – wir sind bereit, diesen Weg zu gehen. Jetzt brauchen wir Rückendeckung!

Streichung des Landesrückbauprogramms ist falsches Signal für die Wohnungswirtschaft

 

Dresden, 25. März 2025. Die sächsische Landesregierung hat im Rahmen der aktuellen Haushaltsverhandlungen das Landesrückbauprogramm gestrichen – und das, obwohl es erst im vergangenen Jahr aufgestockt wurde.

 „Diese kurzfristige Entscheidung sendet ein fatales Signal“, betont VSWG-Vorstand Mirjam Philipp. „Statt verlässlicher und planbarer Rahmenbedingungen, die für die Wohnungswirtschaft unerlässlich sind, herrscht nun erneut Unsicherheit.“ Besonders im ländlichen Raum sei der Rückbau weiterhin dringend notwendig.

Auch Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen, zeigt sich enttäuscht: „Unsere Mitgliedsunternehmen – Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften – haben bis 2030 einen Rückbaubedarf von bis zu 5.000 Wohnungen gemeldet.“

 Dass das Rückbauprogramm im vergangenen Jahr nicht vollständig ausgeschöpft wurde, sei kein Zeichen mangelnden Interesses, so Müller weiter. Eine Kleine Anfrage im Sächsischen Landtag und die Antwort des zuständigen Staatsministeriums SMIL belegen das Gegenteil: Von den bereitgestellten 3 Millionen Euro wurden rund 1,75 Millionen Euro abgerufen, über 300 Wohnungen konnten damit zurückgebaut werden. Angesichts des späten Programmstarts Mitte 2024 sei dies eine bemerkenswert hohe Abrufquote. „Diese hätte noch deutlich besser ausfallen können, wenn – wie von unseren Verbänden wiederholt gefordert – auch Teilrückbaumaßnahmen förderfähig gewesen wären“, resümiert Müller.

 „Wir setzen nun umso stärker darauf, dass die bestehenden Förderinstrumente im sozialen Wohnungsbau weitergeführt und verbessert werden“, fordern Philipp und Müller gemeinsam.

 Insbesondere die Richtlinien preisgünstiger Mietwohnraum (pMW) für die Sanierung sowie gebundener Mietwohnraum (gMW) für den Neubau müssten so ausgestaltet sein, dass sie im Sanierungsbereich weiterhin praktikabel und beim Neubau wirtschaftlich tragfähig bleiben.

DOWNLOAD DER PRESSEMITTEILUNG ALS PDF