Mitgliederbereich

Bitte geben Sie ihren Benutzernamen oder E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten eine E-Mail zum Zurücksetzen des Passworts.

Bitte geben Sie ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten die E-Mail zum Abschließen der Registrierung erneut. Bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner.

Gelebte soziale Verantwortung

18. September 2026

Wie können Wohnungsunternehmen Quartiere so gestalten, dass sie nicht nur Wohnraum bieten, sondern auch Gemeinschaft, Unterstützung und Lebensqualität fördern? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Thementags „Quartiere der Zukunft gestalten: Soziale Aufgabe und wirtschaftliche Verantwortung“. Fachliche Impulse und Praxisbeispiele zeigten, wie vielfältig soziale und quartiersbezogene Aufgaben der Wohnungswirtschaft inzwischen sind.

Zum Auftakt stellte Dresdens Bürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann die gemeinsame Verantwortung von Kommunen und Wohnungswirtschaft für eine verlässliche Wohnraumversorgung heraus. Bezahlbares Wohnen, soziale Infrastruktur und stabile Nachbarschaften müssten zusammengedacht werden. Quartiere seien Orte, an denen Teilhabe beginne und soziale Angebote zu tragfähigen Netzwerken verbunden werden könnten.

Sozialberater Robert Montau zeigte, warum Sozial- und Quartiersarbeit längst mehr als ein ergänzendes Angebot ist. Sie stabilisiert Mietverhältnisse, hilft bei Konflikten und sozialen Krisen, stärkt Nachbarschaften und wirkt zugleich wirtschaftlich. Entscheidend ist, Quartiersmanagement dort einzusetzen, wo Unterstützungsbedarfe bestehen. Gleichzeitig darf das Thema nicht isoliert behandelt werden. Neben der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern ist auch die Einbindung in andere Unternehmensbereiche von entscheidender Bedeutung.

Dr. Romy Reimer vom FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e. V. rückte neue Wohnformen in den Mittelpunkt. Demografischer Wandel, Singularisierung, veränderte Lebensstile und steigende Wohnkosten führen zu neuen Bedarfen. Gemeinschaftliches Wohnen, Wohn-Pflegegemeinschaften oder quartierorientierte Wohnformen zeigen, wie flexible Grundrisse, gemeinschaftliche Flächen und Beteiligung neue Wohnqualitäten schaffen können.

Matthias Beine von der Cultus gGmbH stellte mit dem Pflegewohnen ein Modell sozialer Dienstleistungen im Quartier vor. Barrierefreie Wohnungen, ambulante Pflege, Tagespflege und Notrufsysteme verbinden selbstständiges Wohnen mit verlässlicher Unterstützung und schaffen Sicherheit, ohne die Selbstbestimmung der Bewohner einzuschränken.

Nach der Mittagspause stand die Zukunft bestehender Immobilien im Fokus. Katharina Herre-Kirchfeld von der SozialGestaltung GmbH zeigte am Beispiel eines aufgegebenen Krankenhausstandortes, wie durch Bedarfs-, Markt- und Bestandsanalysen tragfähige Nachnutzungskonzepte entstehen können. Im Mittelpunkt stand die Verbindung von Gesundheits- und Sozialangeboten mit vorhandener Gebäudestruktur und regionalem Bedarf.

Wie eine solche Transformation praktisch gelingen kann, berichtete Rico Teichmann von der Wohnungsbaugesellschaft Bergstadt Schneeberg mbH. Ein ehemaliges Bergarbeiterkrankenhaus wurde zu einem ambulanten Gesundheitszentrum entwickelt. Heute vereint der Standort Arztpraxen sowie Therapie-, Pflege- und Diagnostikangebote und stärkt damit die medizinische Versorgung im ländlichen Raum.

Zum Abschluss standen drei sächsische Praxisbeispiele für soziales Engagement im Mittelpunkt. Sören Sander und Dirk Perner von der Städtische Wohnungsgesellschaft Pirna zeigten mit den „Sonnensteiner Höfen“, wie Freiräume, Themengärten und Veranstaltungen über viele Jahre Identifikation und Begegnung im Quartier fördern.

Julia Rohde und Tarik Bornemann stellten die Wohnschule der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft vor. Junge Menschen werden dort praxisnah auf die erste eigene Wohnung vorbereitet. Themen wie Haushaltsführung, Mülltrennung, Rechte und Pflichten oder das Zusammenleben mit Nachbarn werden auf Augenhöhe vermittelt. Zugleich ermöglicht es den beteiligten Auszubildenden das Sammeln wertvoller Erfahrungen für den späteren Berufsalltag.

Martin Weinhold von der Wohnungsbaugesellschaft Plauen mbH berichtete über Notfallwohnungen für Menschen in akuten sozialen Krisen. Die zeitlich befristeten Mietverhältnisse werden sozial begleitet und sollen den Weg zurück in ein stabiles, reguläres Mietverhältnis ermöglichen.

Diese Beispiele zeigen, warum wir uns zu Recht sozial orientierte Wohnungswirtschaft nennen. Unsere Mitgliedsunternehmen fördern Teilhabe, stärken den Zusammenhalt und übernehmen Verantwortung für die Lebensqualität vor Ort.

Der Thementag machte deutlich: Lebendige Quartiere entstehen nicht allein durch Gebäude und Freiflächen. Sie brauchen soziale Verantwortung, tragfähige Netzwerke und Menschen, die Ideen mit Engagement in die Praxis bringen. Der rege Austausch unterstrich das große Interesse an praxistauglichen Lösungen.