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GdW-Sommertour 2026 zeigt Vielfalt der sächsischen Wohnungswirtschaft in Bestand und Neubau

31. Juli 2026

Auch dieses Jahr führt die Sommertour von GdW-Präsident Axel Gedaschko wieder nach Sachsen. Gemeinsam mit Alexander Müller und Mirjam Philipp besuchte er dort verschiedene Wohnungsunternehmen, um sich vor Ort über aktuelle Projekte, Herausforderungen und innovative Lösungen auszutauschen. Erster Halt war Pirna. Dort zeigten zwei Wohnungsunternehmen, wie die Zukunft des Wohnens konkret aussehen kann – mit innovativen Ideen, Investitionen und einem klaren Fokus auf bezahlbares Wohnen. Bei unserem Mitgliedsunternehmen, der Städtischen Wohnungsgesellschaft Pirna, stand die umfassende Modernisierung der Remscheider Straße im Fokus. Durch energetische Sanierung, intelligente Grundrissanpassungen und mehr Barrierefreiheit entstehen hier attraktive Wohnungen, die den heutigen Wohnbedürfnissen gerecht werden. Der Umbau erfolgt im bewohnten Zustand. Die Wohnungsgenossenschaft „Sächsische Schweiz“ setzt beim Neubau konsequent auf innovative Wärmekonzepte. Wärmepumpen, Photovoltaik und datengestützte Lösungen zeigen, wie sich Klimaschutz und bezahlbare Betriebskosten vereinbaren lassen.

Die beiden Dresdner Stationen der Sommertour bei der kommunalen WiD Wohnen in Dresden GmbH & Co. KG und der Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ Süd Dresden zeigten, wie unterschiedlich die Voraussetzungen für den Wohnungsbau sein können. Die WiD war 2017 als kommunale Gesellschaft gestartet, verfügte jedoch über keine eigenen Grundstücke, Beschäftigte oder Wohnungsbestand. Inzwischen verfügt sie über rund 2.300 Wohnungen. Der Neubau in der Schönaer Straße umfasst 28 vollständig geförderte Wohnungen für Haushalte mit Wohnberechtigungsschein. Das Projekt verbindet bezahlbares Wohnen mit niedrigen Betriebskosten und moderner Gebäudetechnik: Es erfüllt den KfW-55-EE-Standard, verfügt über eine Regenwasserversickerung, eine digitale und vandalismussichere Zutrittstechnik sowie eine intelligent gesteuerte Fernwärmeversorgung. Deutlich wurde aber auch: Der Bau von Sozialwohnungen allein reicht nicht aus. Eine vielfältige Mieterschaft erfordert eine intensive soziale Betreuung und Verwaltung. Letzter Termin an diesem Tag war ein Neubau der Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ Süd Dresden eG in der Döbraer Straße. Nach einer rund 15-jährigen Planungsgeschichte wurde das Projekt im dritten Anlauf realisiert: Es umfasst 49 Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern, Fußbodenheizung, weitgehend barrierearmen Grundrissen und einer vollständig für Elektromobilität vorbereiteten Tiefgarage. Beide Projekte zeigen auf unterschiedliche Weise, was möglich ist, wenn kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen langfristig denken, Verantwortung übernehmen und trotz schwieriger Rahmenbedingungen neuen Wohnraum schaffen.

Am zweiten Tag der Sommertour in Dresden drehte sich alles um den Austausch über zukunftsfähiges Bauen und den Umgang mit dem Bestand. Gemeinsam mit Alexander Pötzsch, dem Präsidenten des BDA, wurde über den Gebäudetyp E sowie die Frage diskutiert, wie bezahlbares, hochwertiges und ansprechendes Bauen gelingen kann. Einigkeit bestand darin, dass ein Mentalitätswechsel nötig ist: weg von immer höheren Anforderungen, hin zu klaren Mindeststandards für gutes Wohnen. Zum Abschluss gab Jonas Malzahn, Co-Kurator des Stadtmuseum Dresden, Einblicke in die Entstehung der Ausstellung „Platte Ost/West“ und führte durch die Schau. Die Ausstellung räumt mit der Annahme auf, die Platte sei ein rein ostdeutsches Phänomen, und zeigt die vielfältigen Geschichten hinter der Großtafelbauweise. Zugleich richtet die Ausstellung den Blick nach vorn: Welche Potenziale bieten die Gebäude und Quartiere heute? Was lässt sich aus der Platte für die Zukunft entwickeln? Die Gespräche und Eindrücke zeigen: Ob Neubau oder Bestand – die Zukunft des Wohnens entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und gemeinsam nach Lösungen gesucht wird.