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Hochdramatische Lage für Vermieter und Mieterhaushalte spitzt sich durch die hohe neue Gasumlage weiter zu: Wohnungswirtschaft in Sachsen sieht nur eine Lösung, um Insolvenzen in Größenordnungen noch zu verhindern

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Heute ist die Höhe der Gasumlage bekanntgegeben worden. „Die Gasumlage ist ein neues zusätzliches Element der Preissteigerung“, kommentiert Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Mehr kann man den Bürgern und den Wohnungsunternehmen nicht mehr aufbürden.“ Der vdw Sachsen warnt bereits seit Monaten vor den dramatischen Auswirkungen der Energiepreis-Krise für Mieter und Vermieter. „Die Bundesregierung setzt nun mit der Gasumlage aber noch einen drauf“, so Rainer Seifert. „Nicht nur viele Mieterhaushalte, auch die Wohnungsunternehmen werden ohne sofortiges Handeln der Politik in prekäre Finanznot geraten, weil sie für die Energiewirtschaft Nebenkosten in Millionenhöhe vorfinanzieren müssen und hohe Zahlungsausfälle drohen, weil sich viele Mieterhaushalte die Nebenkostennachzahlungen im kommenden Jahr nicht leisten können. Mit der Gasumlage wird sich dieser Prozess noch beschleunigen – mit unkalkulierbaren Folgen.“

Der Verband der sächsischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft vdw Sachsen hat deshalb einen Lösungsvorschlag entwickelt, den er in einem Offenen Brief dem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer kommuniziert hat. „Nur mit einer solchen Lösung können Insolvenzen in Größenordnungen noch verhindert werden“, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. Zwei Sofortmaßnahmen sind dafür notwendig:

(1)       Die Wohnungsunternehmen werden ermächtigt, die steigenden Energiepreise direkt an die Mieter weiterzugeben. Nachdem der Staat ein ähnliches Vorgehen für die Energieunternehmen ermöglicht hat, muss dies zwingend auch für die Wohnungswirtschaft möglich sein, die nichts mit den Energiepreisen und deren Steigerung zu tun hat. Sie hat keinerlei Einnahmen daraus und keinerlei Einfluss auf die Preise, kann also auch nicht das Inkassorisiko tragen.

(2)       Mieter, die die Mehrkosten nicht aus eigener Kraft tragen können, müssen Anspruch auf ein bedarfsgerechtes „Heizgeld“ erhalten. Dieses muss analog zum Wohngeld unkompliziert zu beantragen sein und schnell ausgezahlt werden.

„Nur eine solche Lösung kann für Transparenz und Planungssicherheit auf allen Seiten sorgen“, ist Rainer Seifert überzeugt. „Sie stellt auch sicher, dass staatliche Hilfen gezielt diejenigen erhalten, die sie benötigen. Vor allem aber reduziert sie die Risiken für Vermieter und Mieter deutlich und bringt die Wohnungswirtschaft in die Lage, ihrer Verantwortung gerecht werden zu können: Zukunftsinvestitionen in für jedermann bezahlbares, klimaschonendes und energieeffizientes Wohnen.“

„Wir müssen dringend in einen Abstimmungsprozess dazu kommen“, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. Nach Berechnungen des Bundesverbands GdW wird die Umlage zusätzlich zu den ohnehin exorbitant steigenden Gaspreisen nochmals eine Verteuerung von aktuell 13,4 Prozent bringen. „Die Spirale dreht sich immer schneller und es wird zu einem Dominoeffekt kommen, der nicht nur das bezahlbare Wohnen und den sozialen Frieden in Sachsen gefährdet, sondern auch die von der Bundesregierung geforderten Investitionen in neue Energielösungen bei Wohngebäuden unmöglich macht. Bleiben diese Investitionen aber aus, wird sich die Lage noch weiter verschärfen.“

Die im vdw Sachsen organisierte Wohnungswirtschaft wird sich mit aller Kraft und Expertise einbringen, damit diese für viele existenzbedrohende Krise gemeistert werden kann. „Dafür müssen jetzt aber Politik und Wohnungswirtschaft an einen Tisch, um die schlimmsten Folgen noch rechtzeitig zu verhindern. Wir haben einen sehr konkreten Vorschlag unterbreitet, jetzt ist die Politik am Zug.“

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Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

die organisierte Wohnungswirtschaft in Sachsen warnt bereits seit Monaten vor den dramatischen Auswirkungen der Energiepreis-Krise auf Vermieter und Mieter in Sachsen. Nun hat sich, wie von uns befürchtet, die Situation derartig zugespitzt, dass die Wohnungsunternehmen ohne sofortiges Handeln der Politik in prekäre Finanznot geraten. Sie müssen für die Energiewirtschaft Nebenkosten in Millionenhöhe vorfinanzieren. Trotz Einsparbemühungen drohen immense Zahlungsausfälle, weil sich viele Mieterhaushalte die Nebenkostennachzahlungen im kommenden Jahr nicht mehr leisten können. Was dann folgt, ist ein Dominoeffekt, der nicht nur das bezahlbare Wohnen und den sozialen Frieden in Sachsen gefährdet, sondern auch die von der Bundesregierung geforderten Investitionen in neue Energie-Lösungen bei Wohngebäuden unmöglich machen. Diese werden gerade jetzt dringend benötigt, um unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden. Noch immer wird die extreme Sprengkraft dieser Situation von vielen unterschätzt.

Statt nur zu warnen, haben wir als Verband der sächsischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft einen konkreten Lösungsvorschlag entwickelt, der einen Dominoeffekt mit unkalkulierbaren Folgen verhindert.

Zwei Sofortmaßnahmen sind dafür notwendig:

(1) Die Wohnungsunternehmen werden ermächtigt, die steigenden Energiepreise direkt an die Mieter weiterzugeben. Nachdem der Staat ein ähnliches Vorgehen für die Energieunternehmen ermöglicht hat, muss dies zwingend auch für die Wohnungswirtschaft möglich sein, die nichts mit den Energiepreisen und deren Steigerung zu tun hat. Sie hat keinerlei Einnahmen daraus und keinerlei Einfluss auf die Preise, kann also auch nicht das Inkassorisiko tragen.

(2) Mieter, die die Mehrkosten nicht aus eigener Kraft tragen können, müssen Anspruch auf ein bedarfsgerechtes „Heizgeld“ erhalten. Dieses muss analog zum Wohngeld unkompliziert zu beantragen sein und schnell ausgezahlt werden.

Nur eine solche Lösung kann für Transparenz und Planungssicherheit auf allen Seiten sorgen. Sie stellt auch sicher, dass staatliche Hilfen gezielt diejenigen erhalten, die sie benötigen. Vor allem aber reduziert sie die Risiken für Vermieter und Mieter deutlich und bringt die Wohnungswirtschaft in die Lage, ihrer Verantwortung gerecht werden zu können: Zukunftsinvestitionen in für jedermann bezahlbares, klimaschonendes und energieeffizientes Wohnen.

Die im vdw Sachsen organisierte Wohnungswirtschaft möchte Hand in Hand mit Ihnen, Herr Ministerpräsident, diese Krise erfolgreich bewältigen. Wir laden Sie zu einem persönlichen Gespräch ein, um unseren Lösungsvorschlag im Detail vorzustellen und gemeinsam zu besprechen. Die Wohnungswirtschaft wird sich mit aller Kraft und Expertise einbringen, damit diese für viele existenzbedrohende Krise gemeinsam gemeistert werden kann und Sie die richtigen Botschaften auch der Bundesregierung vermitteln können.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Seifert
Verbandsdirektor
vdw Sachsen – Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V.

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Das Bundeswirtschaftsministerium hat gestern Abend ohne Vorankündigung die bisherige Förderpolitik im Bereich Gebäudesanierung komplett umgestellt. Bereits mit Ablauf des heutigen Tages wird die KfW-Zuschussförderung für Komplettsanierungen völlig überraschend eingestellt. Stattdessen wird nur noch auf Kredite und Tilgungszuschüsse umgestellt, wobei die Fördersätze für die Tilgungszuschüsse auch noch deutlich abgesenkt werden. „Das Chaos rund um den abrupten Förderstopp beim Neubau Anfang des Jahres wird jetzt auch auf Sanierungen ausgeweitet und trifft damit die sächsischen Wohnungsunternehmen besonders hart“, kritisiert Alexander Müller, Sprecher des
vdw Sachsen – Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. „Vor dem Hintergrund extrem gestiegener Baupreise werden dringend benötigte Investitionen in modernen, bezahlbaren, klimaschonenden Wohnraum de facto unmöglich gemacht.“

„Mit dem Wegfall der Zuschussförderung und der deutlichen Reduzierung der Tilgungszuschüsse wird die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) so unattraktiv, dass sich Wohnungsunternehmen angesichts der Baupreise und der verschärften Anforderungen, die das Bauen noch weiter verteuern, entscheiden müssen: Entweder sie unterlassen die Investitionen komplett oder sie müssen die Mieten deutlich erhöhen, um die Maßnahmen refinanzieren zu können. „Vor allem kommunale Wohnungsunternehmen, die mit bezahlbaren Wohnungen in besonderem Maß soziale Verantwortung übernehmen und sich zugleich auch dem Klimaschutz, der Stadtentwicklung und einer modernen Wohnraumversorgung verpflichtet fühlen, stehen jetzt auch im Bereich Sanierung vor einem massiven Problem“, so Alexander Müller. „Und das gilt nicht nur für Investitionen, die in Zukunft in die Planung gehen, sondern ganz besonders für Maßnahmen, die bereits in Planung sind und nicht mal eben über Nacht komplett umgeplant werden können – von den Kosten, auf denen die Unternehmen sitzen bleiben, ganz zu schweigen.“ So werde das Vertrauen in die Politik immer weiter untergraben. „Um Investitionsentscheidungen in Millionenhöhe verantwortungsvoll treffen zu können, braucht die Wohnungswirtschaft langfristige Planungssicherheit. Stattdessen wird die Unsicherheit in einem ohnehin extrem schwierigen Marktumfeld mit großen Risiken noch weiter verschärft.“

Begründet wird der Förderstopp von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und dessen Ministerium unter anderem damit, dass wegen steigender Energiepreise Investitionen in höhere Effizienz grundsätzlich schneller rentabel seien. „Nicht nur mit Blick auf die ebenfalls rasant gestiegenen Baupreise, den Fachkräftemangel auf den Baustellen und die Zinsentwicklung ist das viel zu kurz gedacht“, kritisiert Alexander Müller. „Die stark gestiegenen Energiekosten führen zudem auch dazu, dass die Wohnungsunternehmen aktuell in Größenordnungen Nebenkostensteigerungen für die Mieter vorfinanzieren müssen. Die dadurch gebundene Liquidität fehlt ebenfalls für Investitionen und dürfte manches Unternehmen sogar an den Rand der Insolvenz führen. Vor diesem Hintergrund ist die Aussage, steigende Energiepreise machten Investitionen schneller rentabel, geradezu zynisch.“

Noch nicht abschließend abzusehen sind Auswirkungen, die das erneute Förder-Fiasko beim Bund auf Förderprogramme des Freistaats haben wird. „Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums auch in der sächsischen Förderlandschaft noch für einige Turbulenzen sorgen wird, da die Förderpolitik auf Bundes- und Landesebene in vielen Bereichen eng verwoben ist“, so Alexander Müller. „Es müssen jetzt schnell gute Lösungen gefunden werden, wie sich ein völliger Investitionskollaps noch verhindern lässt. Dabei stehen wir als Wohnungswirtschaft als verlässlicher Partner bereit, fordern diese Verlässlichkeit aber auch von der Politik ein.“

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Nur warme Worte statt warmer Wohnungen
„Neues Energiesicherungsgesetz wälzt komplettes Energie- und Preisrisiko auf Wohnungswirtschaft ab“

Staat lässt Mieter und Wohnungswirtschaft im Stich

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Der Gas-Schutzschirm steht. Die Reform des Energiesicherungsgesetzes ermöglicht es nun Energieversorgern die signifikant gestiegenen Gaspreise viel einfacher an die Kunden weiterzureichen, sollte es zu einer weiteren Verknappung kommen. Schon jetzt werden die Energieversorger eine Preissteigerung der Fernwärmekosten der Immobilienwirtschaft in Rechnung stellen, allein in Dresden um 300 Prozent. Das Gesetz stützt damit ausschließlich die Energieunternehmen, ohne deren Einkaufsstrategie zu hinterfragen und wälzt die Kosten allein auf die Wohnungswirtschaft und die Mieter ab.

Gerade die Wohnungsunternehmen werden damit noch mehr in eine extreme Sandwichposition gedrängt, da sie das Inkassounternehmen der Energieversorger sind und im ungünstigsten Fall, etwa bei Zahlungsunfähigkeit der Mieter, auf den Kosten sitzen bleiben, was unter anderem auch massiven Investitionsstau bedeutet. Ganz konkret bedeutet das beispielsweise für ein Wohnungsunternehmen mit 1000 Wohneinheiten 1.400.000 EUR Mehrkosten vorzufinanzieren und für den Mieter einer klassischen Durchschnittswohnung 1.440 EUR mehr pro Jahr. „Wer soll das finanziell stemmen?“ fragt Verbandsdirektor Rainer Seifert. „Während die Energieversorger durch das Energiesicherungsgesetz verhältnismäßig fein raus sind, suchen unsere Wohnungsunternehmen seit Wochen aktiv den Kontakt zu ihren Mietern und bieten Aufklärung an, um sie vor den exorbitanten Nachzahlungen im kommenden Jahr und vor Zahlungsunfähigkeit zu schützen.“ Denn durch das neue Gesetz sind nicht die Mieter, sondern seit heute die Energieversorger geschützt. Das gesamte Energie- und Preisrisiko trägt damit die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

„Der Verband begrüßt es nicht, wenn erste Wohnungsunternehmen bereits jetzt laut darüber nachdenken, ihren Mietern Warmwasser und Heizung zuzuteilen, aber sie agieren so aus Sorge vor extremen Nachzahlungen bei ihrer Mieterschaft. Aber genau hier beginnt das Problem: Die Situation treibt einen Keil zwischen Vermieter und Mieter und das ist weder gerechtfertigt, noch lassen wir es zu.“

Vor allem vermisst Rainer Seifert die Fürsorgepflicht des Staates. Von den hohen Betriebskosten werden vor allem Familien und Menschen mit geringerem Einkommen betroffen sein, das Rückgrat unserer Gesellschaft, und Kernklientel in den Wohnungsbeständen seiner überwiegend kommunalen Mitgliedsunternehmen, erklärt der Verbandsdirektor. „Es kann nicht sein, dass eine Familie mit 2 Kindern am Ende des Tages zwischen einer warmen Wohnung und einer guten Mahlzeit wählen muss. Gerade unsere kommunalen Wohnungsunternehmen stehen seit jeher für adäquaten und sicheren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten. Wie sollen wir das dann noch garantieren können?“

So geht es letztendlich um viel mehr als kalte Wohnungen. „Genauso wie der Staat die Energieversorger schützt, muss er zeitgleich auch die Mieter schützen. Denn es geht nicht nur um wirtschaftliche, sondern es muss ihm auch und vor allem um menschliche Existenzen gehen. Die hat er genauso zu schützen.“

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CO2-Preis für Vermieter und Mieter: Politik befeuert die Explosion der Energiepreise noch weiter, anstatt sie zu dämpfen – Wohnungswirtschaft in Sachsen fordert befristetes Aussetzen der zusätzlichen künstlichen Verteuerung

Die Bundesregierung hat die Aufteilung des CO2-Preises zwischen Vermietern und Mietern beschlossen. Ab 1. Januar 2023 soll der Preis für die CO2-Emissionen nach einem Stufenmodell abhängig vom energetischen Zustand des Gebäudes zwischen Vermietern und Mietern aufgeteilt werden. Angesichts der explodierenden Energiepreise, die durch den CO2-Preis künstlich noch einmal verteuert werden, fordert der vdw Sachsen eine befristete Aussetzung.

Die beschlossene Aufteilung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die künstliche Verteuerung der Energie durch den CO2-Preis in Zeiten ohnehin explodierender Energiepreise das völlig falsche Signal ist. Wenn die Bundesregierung es ernst meint, alles dafür zu tun, Energie so bezahlbar wie möglich zu halten, dann muss der CO2-Preis als zusätzlicher und vermeidbarer Kostentreiber ausgesetzt werden, bis die Lage auf den Energiemärkten sich stabilisiert hat. Das Instrument sollte durch Verteuerung eine Lenkungswirkung entfalten, die jetzt bereits durch die Preisexplosion auf den Energiemärkten freigesetzt wird. Auch vor diesem Hintergrund ist der CO2-Preis in der aktuellen dramatischen Lage nur schwer zu rechtfertigen.

Auch der Ansatz, mit dem CO2-Preis Vermietern einen Anreiz geben zu wollen, in energetische Sanierungen zu investieren, trägt nicht. Richtig ist das Gegenteil: Die finanziellen Mittel, die den Wohnungsunternehmen durch den CO2-Preis genommen werden, fehlen für notwendige Investitionen. In Zeiten exorbitant steigender Baupreise, dramatischer Liefer- und Fachkräfteengpässe am Bau, steigender Zinsen und neuer Hemmnisse seitens der BaFin für die Finanzierung im Immobilienbereich droht ohnehin bereits ein Investitionskollaps. Hier legt der CO2-Preis weitere Steine in den Weg, die Investitionen zusätzlich erschweren.

Sowohl mit Blick auf die Bezahlbarkeit der Energiekosten für Mieter als auch mit Blick auf notwendige Investitionen der Vermieter erweist sich der CO2-Preis in der derzeitigen dramatischen Lage als absolut kontraproduktiv. Deshalb unterstützt der vdw Sachsen mit Nachdruck den Vorschlag des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, das Instrument neu zu bewerten und befristet auf ein Jahr auszusetzen.

Der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. vertritt knapp 130 Wohnungsunternehmen, die mit über 300.000 Wohnungen fast ein Viertel des Mietwohnungsbestandes in Sachsen bewirtschaften. Lebendig sowie vielfältig sind die vor allem kommunalen, aber auch genossenschaftlichen sowie privaten und kirchlichen Wohnungs- und Immobilienunternehmen mit unterschiedlichsten Geschäftsmodellen. Sie profitieren von einer starken, verlässlichen Gemeinschaft.

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Leipzig, 30, März 2022. Die mitteldeutsche Wohnungswirtschaft bewegt sich in zwei Zeitabschnitten: Standen vor dem Krieg in der Ukraine noch die Themen Leerstand, Betriebskostenentwicklung, Investitionshemmnisse durch überambitionierten Klimaschutz und explodierende Baupreise im Fokus, so sind diese Themen jetzt zwar nicht hinfällig, haben aber eine andere Gewichtung bekommen. Zwei aktuelle Themen haben sich massiv in den Vordergrund gedrängt – die Unterbringung und Versorgung von ukrainischen Kriegsflüchtlingen und die energetische Versorgungssicherheit der Bestände.

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Hierzu nahmen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Leipzig die Vorstandsmitglieder und Verbandsdirektoren der fünf mitteldeutschen Spitzenverbände der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Stellung. In der humanitären Katastrophe zeigt der Osten, dass Hilfsbereitschaft und Unterstützung eine Selbstverständlichkeit sind. Aus der Not wird plötzlich eine Tugend, denn viele leerstehende und marktfähige Wohnungen können den Menschen aus der Ukraine in Mitteldeutschland schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt werden.
„Das Metropol-Denken muss aufhören“ fordert Mirjam Luserke, Vorstand des VSWG. „In den Regionen und Städten außerhalb der Metropolen in unseren Bundesländern gibt es nicht nur ein herzliches Willkommen, sondern auch Wohnungen und Arbeit. Man muss den Zustrom auf Bundes- und Landesebene nur geschickt koordinieren. Daran hapert es noch vielfach.“ Doch nicht immer klappt auch die Wohnungsvergabe in den Kommunen reibungslos. So fehlen seitens der Kommunalverwaltung oft kreative und unbürokratische Ansätze, die Wohnungen mit einer geregelten Kostenübernahme entsprechend auszustatten und sie den Flüchtlingen bei Anmietung zur Verfügung zu stellen.

„Nicht alles kann die Wohnungswirtschaft in Mitteldeutschland alleine stemmen. Wir brauchen eine schnelle und verlässliche Unterstützung bei der Ausstattung der leerstehenden, sofort bezugsfähigen Wohnungen sowie verbindliche Zusagen, was die Kostenübernahmen betrifft. Hierzu bedarf es einer raschen Einigung der Verteilung zwischen Bund und den Ländern. Dieser Schwebezustand kann nicht zulasten der Menschen und eben auch der hilfsbereiten Wohnungsunternehmen gehen“, so Mirjam Luserke weiter.

„Es müssen im gleichen Moment auch die Regelsätze der Kosten der Unterkunft und das Wohngeld neu gedacht werden. Das reicht vorne und hinten nicht“, ergänzt Jens Zillmann, Verbandsdirektor des VdW. Diese müssen an die horrenden Betriebskostensteigerungen angepasst werden. Denn dieses Thema berührt alle Mieter gleichermaßen, egal ob Flüchtlinge oder Bestandsmieter. Die Kostensteigerung war schon vor dem Ukrainekrieg exorbitant und hat sich mit Kriegsbeginn dramatisch verschärft.

„Wir haben Unternehmen in unserem Mitgliedsbereich, wo die Erhöhung der Fernwärmepreise inzwischen bei 400 % angelangt ist. Wenn man alle Kostensteigerungen bei den Betriebskosten zusammenrechnet, ist nicht nur eine zweite Miete fällig – unsere Mieter müssen bereits eine Verdreifachung der Heizkosten gegenüber dem Vorjahr aufbringen und wir als Vermieter können nichts dafür“, führt Ronald Meißner, Verbandsdirektor des VdWg weiter aus.

Rainer Seifert, Vorstand des vdw Sachsen, malt für die Wohnungswirtschaft in Mitteldeutschland bezüglich der energetischen Versorgung ein düsteres Bild: „Gerade die, die für bezahlbares Wohnen stehen, nämlich die organisierte Wohnungswirtschaft, kann zwar die Grundmiete erstmal konstant halten, aber die explodierenden Energiepreise verderben die Bezahlbarkeit. Wir müssen schauen, dass wir die Wohnungen in der nächsten Heizperiode überhaupt noch warm kriegen. Da ist kein Platz mehr für Ökoromantik oder dergleichen. Es geht nur noch um eine Grundversorgung mit Energie“.

Frank Emrich, Verbandsdirektor des vtw, führt weiter aus: „Wenn wir es nicht schaffen, mit unserer Investitionskraft zu haushalten, sondern diese nur durch gesetzlich diktierte Verschärfungen von energetischen Standards verpulvern müssen, dann ist dies nicht zielführend. Die Mittel werden gebraucht, um notwenige Sanierungsmaßnahmen im Bestand durchzuführen. Das ist schon ohne eine Verschärfung der Energiestandards mit dem Zielkonflikt – klimagerecht zu sanieren und die Bezahlbarkeit des Wohnens aufrechtzuerhalten – eine gewaltige Herausforderung.“

Das Wohnen endet eben nicht an der Haustür, sondern die dringend erforderliche Bürgerentlastung durch den Staat hinsichtlich der Kostensteigerungen bei der Miete ist ein wichtiges Instrumentarium, um den sozialen Frieden zu erhalten: Die Mieter sind ein Spiegelbild der Gesellschaft und die Wohnungsunternehmen ein Garant für Heimat und gutes Wohnen. Das soll auch in Krisenzeiten so bleiben. Die Beschlüsse mit dem Entlastungspaket von letzter Woche sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber das Ziel ist noch nicht erreicht.

Nicht zu Ende gedacht: vdw Sachsen begrüßt Verdoppelung des Heizkostenzuschusses, kritisiert aber den sehr eingeschränkten Empfängerkreis – Viele Mieterhaushalte, die sehr stark betroffen sind, gehen komplett leer aus

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Die Wohnungswirtschaft in Sachsen unterstützt die angekündigte Verdopplung des Heizkostenzuschusses, warnt aber zugleich vor neuen Ungerechtigkeiten: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Preisentwicklungen auf den Energiemärkten war eine deutliche Erhöhung des geplanten Zuschusses überfällig“, betont Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Zugleich stellt sich allerdings die Frage, warum nur Wohngeldempfänger, Studierende und Auszubildende den Zuschuss bekommen sollen. Auch Haushalte, die über der Wohngeldgrenze liegen, sind von den explodierenden Energiepreisen sehr stark betroffen und gehen komplett leer aus“, kritisiert er.

 Die Ampel-Koalition hat sich heute im Bauausschuss des Bundestags darauf verständigt, dass der geplante Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger und viele Studierende und Azubis verdoppelt werden soll. Statt ursprünglich 135 Euro sollen nun 270 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt gezahlt werden. Bei Zwei-Personen-Haushalten sind es den Angaben zufolge 350 Euro. Für jeden weiteren Mitbewohner sind noch einmal 70 Euro angedacht. Studierende und Auszubildende erhalten demnach pauschal 230 Euro. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und ein wichtiges Signal für viele betroffene Mieterinnen und Mieter“, sagt Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Die breite Masse der Haushalte, die die explodierenden Energiepreise genau so abfedern muss, wird von der Entlastung allerdings rein gar nichts spüren. Vor allem für diejenigen Haushalte, die etwas über der Wohngeldgrenze liegen, ist die Regelung absolut ungerecht.“

Vor dem Hintergrund einer drohenden weiteren Kostenexplosion bei den Energiekosten durch Auswirkungen des Ukraine-Kriegs fordert die Wohnungswirtschaft in Sachsen eine Ausweitung des Heizkostenzuschusses auf weitere Bevölkerungsgruppen. Der vagen Ankündigung aus den Reihen der Ampel-Koalition, dass es weitere Entlastungen zum Beispiel auch für Familien geben solle, die nicht wohngeldberechtigt sind, müssen nun Taten folgen. „Unabhängig von Wohngeldgrenzen müssen dringend Heizkostenzuschüsse für weitere Mieterinnen und Mieter auf den Weg gebracht werden“, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. „Wir sehen dabei sowohl den Bund als auch den Freistaat in der Pflicht. Dieses Thema ist von so großer Bedeutung, dass es nur als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern zu bewältigen ist.“ Zudem müsse das Wohngeld insgesamt fit für die Zukunft gemacht werden. „Der Heizkostenzuschuss als Einmalzahlung ist eine erste Maßnahme, die kurzfristig Linderung verschafft“, so Rainer Seifert. „Langfristig brauchen wir ein flexibleres Wohngeld. Eine Wiedereinführung der Heizkostenkomponente, die bereits 2009 und 2010 aufgrund steigender Energiepreise eingeführt wurde, kann ein sinnvoller Ansatz sein. Auch eine Klimakomponente beim Wohngeld wäre ein richtiger Schritt.“

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Die Wohnungswirtschaft in Sachsen engagiert sich auf vielfältige Weise, um flüchtenden Familien aus der Ukraine sofort zu helfen. „Ein sicheres Zuhause – dafür stehen unsere Mitgliedsunternehmen“, erklärt Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Mehr als 500 Wohnungen können die kommunalen Wohnungsgesellschaften in einem ersten Schritt zur Verfügung stellen. Die Hilfsangebote gehen zudem weit über die Bereitstellung von Wohnraum hinaus. Nun ist die Politik gefordert, schnell die notwendigen rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

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Bereits in einer ersten Ad-hoc-Umfrage des vdw Sachsen hat sich gezeigt, dass die Bereitschaft der Wohnungsunternehmen, flüchtenden Familien aus der Ukraine zu helfen, hoch ist. „81 Prozent der Mitgliedsunternehmen, die sich bis jetzt zurückgemeldet haben, erklären, dass ihr Unternehmen in der Lage ist, Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine zu helfen“, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. „Das zeigt nicht nur die große Hilfsbereitschaft, sondern auch die Leistungsfähigkeit der überwiegend kommunalen Wohnungsunternehmen im vdw Sachsen.“ Erste Zahlen gibt es auch bereits zu Wohnungen, die bereitgestellt werden können: 561 Wohneinheiten wurden dem Verband bisher gemeldet – Tendenz steigend. Die Wohnungen decken unterschiedliche Wohnraumgrößen ab, ein kleinerer Teil ist auch bereits möbliert. „So können die Unternehmen flexibel auf den Bedarf reagieren.“ Die Hilfsangebote der Wohnungsunternehmen sind auch über die Bereitstellung von Wohnraum hinaus vielfältig. „Viele Wohnungsgesellschaften sind bereit, auch Sozial- und Quartiersmanager zur Verfügung zu stellen, um den Familien in der Anfangszeit bei Fragen des täglichen Lebens unterstützend zur Seite zu stehen“, so Rainer Seifert. „Auch bei der Bereitstellung von Hausrat, Möbeln oder Kleidung unterstützen die Unternehmen in enger Abstimmung mit Institutionen und Vereinen vor Ort.“

Zu den Wohnungsunternehmen, die sofort erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet und koordiniert haben, zählt die Wohnbaugesellschaft Zittau mbH (WBG Zittau). „Als uns am 24. Februar die ersten Nachrichten vom Krieg in der Ukraine erreicht haben, war mir sofort klar, dass es sehr schnell große Flüchtlingsströme geben wird“, sagt WBG-Geschäftsführerin Uta-Sylke Standke. „Wir haben gemeinsam mit der Stadt und vielen Partnern vor Ort sofort reagiert. Ob Feuerwehr, DRK, Drogerien oder Baumärkte – die Unterstützung ist riesig.“ Die WBG Zittau setzte alle Hebel in Bewegung, um schnell Übernachtungsmöglichkeiten bereitzustellen. „Die ersten geflüchteten Familien, die in Zittau angekommen sind, konnten in Ferienwohnungen und anderen Wohnungen untergebracht werden. Jetzt arbeiten wir daran, ein ehemaliges Studentenwohnheim und weitere Wohnungen schnell nutzbar zu machen.“

Damit die Hilfe schnell und zielgerichtet bei den Menschen ankommt, die sie benötigen, sind die Wohnungsunternehmen und ihre Partner jetzt auf weitere Unterstützung aus der Politik angewiesen. „Wir brauchen Klarheit, wie die Koordination der Maßnahmen und die Verteilung der schutzsuchenden Menschen im Detail ablaufen soll und welche rechtlichen Vorgaben dabei gelten“, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. „Bund, Land und Kommunen müssen dabei abgestimmt vorgehen. Die organisierte Wohnungswirtschaft steht als bewährter und verlässlicher Partner bereit, um den betroffenen Menschen das zu geben, was sie jetzt am dringendsten brauchen: ein sicheres Zuhause.“

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Kostenexplosion für Mieter bei der Fernwärme: Wohnungswirtschaft in Sachsen fordert, dass auch die Energieversorger ihrer Verantwortung gerecht werden – „Es muss Schluss damit sein, dass die Risiken der Einkaufsstrategie auf die Vermieter und Mieter abgewälzt werden“

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Wenn Energieversorger ankündigen, dass die Fernwärmekosten für Mieter sich auf einen Schlag verdreifachen oder sogar vervierfachen, dann wirft das Fragen auf. „Eine Preisexplosion dieser Wucht lässt sich auch in Zeiten allgemein steigender Energiepreise beim besten Willen nicht vermitteln“, kritisiert Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Es spricht viel dafür, dass in solchen Fällen ein großer Teil des Problems hausgemacht ist, weil die betreffenden Energieversorger eine Beschaffungsstrategie verfolgt haben, die nun die Vermieter und Mieter ausbaden sollen. Das ist nicht hinnehmbar.“

Fernwärme ist in Sachsen die am weitesten verbreitete Form des Heizens in Mietwohnungen. Steigen in diesem Bereich die Preise stark, ist ein Großteil der Mieterinnen und Mieter direkt davon betroffen. Der Vermieter hat auf diese Preise keinen Einfluss. Er kann sich den Wärmeanbieter für seine Wohnungen auch in aller Regel nicht aussuchen, da in vielen Gebieten ein sogenannter Anschlusszwang herrscht und der Fernwärmeversorger damit de facto eine Art Monopol besitzt. Das bringt dem Versorger wiederum eine große Planungssicherheit: Er hat eine feste Kundschaft, kennt den Verbrauch sehr gut und kann deshalb seine Primärenergie sehr langfristig einkaufen. Plötzliche starke Preisanstiege für Erdgas an den Börsen dürften sich daher nicht sofort und auch nicht gravierend auf die Fernwärmepreise auswirken, wenn das Energieunternehmen vernünftig eingekauft hat. „Genau hier beginnt aber das Problem“, erklärt Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Wenn die zur Fernwärmeerzeugung benötigten Erdgasmengen nicht langfristig, sondern zeitgleich zum Verbrauch eingekauft werden, also eine sogenannte verbrauchsnahe Beschaffungsstrategie vorliegt, dann birgt das natürlich immense Risiken. Wie sich jetzt zeigt, haben offenbar nicht wenige Energieversorger so agiert und versuchen nun, mittels Preisgleitklauseln den Schwarzen Peter über die Vermieter an die Mieterinnen und Mieter weiterzureichen.“

Gegen Preisgleitklauseln sei zunächst per se nichts einzuwenden, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. „Sie müssen allerdings so ausgestaltet sein, dass sie sowohl die Belange des Versorgers als auch die Belange des Endverbrauchers angemessen berücksichtigen. Das tun sie nur, wenn sie sich dem Wettbewerb stellen – und das ist bei der Fernwärme der Gasmarkt. Für Gasversorger ist es selbstverständlich, dass sie sich langfristig eindecken, um gute Preise zu erzielen und konkurrenzfähig zu sein. Das erkennt man auch daran, dass die Verbraucherpreisindizes für Gas bis Ende 2021 nahezu unverändert geblieben sind, während sich die Einfuhrpreise im Herbst verdreifacht haben.“ Vor diesem Hintergrund seien angekündigte Preissteigerungen bei der Fernwärme um 300 oder sogar 400 Prozent nur mit Preisgleitklauseln zu rechtfertigen, die auf Gas-Börsenpreise für einen sehr kurzfristigen Einkauf referenzieren. „Die betreffenden Versorger gestehen damit ein, dass sie nicht vorausschauend marktkonform eingekauft haben und ihre Beschaffungsstrategie nun auf die Endverbraucher abwälzen wollen. Mit dieser Praxis, sich aus der Verantwortung zu ziehen, muss Schluss sein.“

Die stark steigenden Fernwärmepreise hat die Wohnungswirtschaft nicht zu verantworten. „Sie verteuern dennoch das Wohnen und werden für großen sozialen Sprengstoff sorgen, deshalb sind sie auch für uns ein absolutes Alarmsignal“, erklärt Verbandsdirektor Rainer Seifert und fordert in diesem Zusammenhang, dass Preisgleitklauseln der Energieversorger sich künftig nicht mehr auf kurzfristige Börsenpreise beziehen dürfen. „Wenn die Fernwärme zukunftsfähig sein soll, muss auf andere Indizes abgestellt werden, zum Beispiel auf die Preisentwicklung des Grundversorgers Gas im Netzgebiet. Das wäre für die Menschen eine faire, transparente und verlässliche Lösung, denn der Grundversorger Gas steht – im Unterschied zur Fernwärme – mit seinen Preisen in Konkurrenz zu anderen Anbietern und spiegelt damit die Marktverhältnisse im Netzgebiet wider.“

Fernwärmeanbieter, die ihre Preise aktuell verdreifachen oder vervierfachen wollen, fordert der Verbandsdirektor auf, soziale Verantwortung zu übernehmen und mindestens einen Teil der durch ihre Einkaufspolitik entstandenen Preissteigerungen selbst abzufedern. „Geschieht das nicht, werden spätestens mit der nächsten Betriebskostenabrechnung im kommenden Jahr sehr extreme Nachzahlungen auf viele Mieterinnen und Mieter zukommen, an denen die betreffenden Energieversorger eine nicht unwesentliche Mitschuld tragen.“

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Neue Energie statt Altlasten: Wohnungswirtschaft in Sachsen zeigt auf, wie mehr als 400 Millionen Euro sofort in erneuerbare Energien für Mietshäuser fließen könnten

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Explodierende Energiepreise, hohe Baukosten, ehrgeizige Klimaschutzziele und gestrichene Förderprogramme: Die Klimawende im Gebäudebereich gerät mehr und mehr ins Stocken. Zugleich haben die Wohnungsunternehmen in Ostdeutschland nach wie vor mit einem Wettbewerbsnachteil zu kämpfen, der Investitionen in bezahlbares Wohnen und Klimaschutz noch schwieriger macht: Altschulden aus DDR-Zeiten, die ihnen im Zuge der Wiedervereinigung aufgedrückt wurden. „Dieser Wettbewerbsnachteil lässt sich sofort in einen Innovationsvorteil umwandeln, von dem die Mieter, das Klima und die Wohnungsunternehmen profitieren“, so Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Eine clever ausgestaltete Neuauflage der Altschuldenhilfe könnte in kürzester Zeit zum Investitionsbooster werden.“  

 Noch immer belasten nach neuesten Schätzungen des Verbands rund 445 Millionen Euro an DDR-Altschulden die Mitgliedsunternehmen des vdw Sachsen. Das entspricht im Schnitt 33 Euro pro Quadratmeter Wohnraum. Diese Altlasten, die vor allem für die nach der Wende gegründeten kommunalen Wohnungsunternehmen im Osten ein großes Problem sind, verhindern dringend notwendige Investitionen. „Damit muss Schluss sein, denn diese Mittel sind angesichts der großen Herausforderungen in Sachen Klimaschutz und bezahlbare Energie viel besser angelegt, wenn wir Zukunftsinvestitionen daraus machen“, so Rainer Seifert. „Im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien ist klar festgehalten, dass man sich der Thematik Altschulden annehmen will. Die Grünen haben im vergangenen Jahr noch als Oppositionspartei einen Altschuldenfonds gefordert, den sie jetzt in der Regierung durchsetzen können. Und das Beste: Wenn man die Altschuldenentlastung an Investitionen in den Klimaschutz – zum Beispiel in erneuerbare Energien für Wohnhäuser – koppelt, entfaltet sie zugleich eine effektive Lenkungswirkung im Sinne der Klimaschutzziele.“

Neben dem Bund, der seinen Ankündigungen nun Taten folgen lassen müsse, sieht der Verband aber auch den Freistaat in der Pflicht. „Mecklenburg-Vorpommern hat mit seinem neuen kommunalen Entschuldungsfonds für DDR-Wohnungsbaualtschulden bereits Verantwortung übernommen und ermöglicht den dortigen Unternehmen damit neue Investitionen. Ein vergleichbares Engagement braucht es auch in Sachsen. Wenn Bund und Land an einem Strang ziehen, können die Wohnungsunternehmen sehr schnell Millioneninvestitionen auf den Weg bringen, um langfristig einen weiteren Beitrag zu leisten, die Energiepreise zu stabilisieren und den Klimaschutz im Gebäudesektor voranzubringen.“ Ganz nebenbei könnte so auch eine Ungerechtigkeit beseitigt werden, die seit der Wiedervereinigung die Entwicklung der ostdeutschen Wohnungsunternehmen immer wieder ausgebremst hat. „Die kommunalen Wohnungsunternehmen haben diese Verbindlichkeiten mit dem Einigungsvertrag unverschuldet aufgebürdet bekommen“, so Rainer Seifert. „Mehr als 30 Jahre später ist es an der Zeit, dieses Kapitel endlich abzuschließen und stattdessen in die Zukunft zu investieren.“

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Die Wohnungswirtschaft in Sachsen schlägt angesichts der rasant gestiegenen Energiepreise Alarm: „Die Preisentwicklung treibt die Nebenkosten für viele Mieterinnen und Mieter in Höhen, die auch für die Mitte der Gesellschaft mehr und mehr zum ernsten Problem werden“, warnt Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Ohne dass die Mieter es merken, laufen bei ihnen gerade Mehrkosten auf, die zu extrem hohen Nachzahlungen im kommenden Jahr führen werden. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht hier sehr gefährlicher sozialer Sprengstoff. Landes- und Bundespolitik müssen deshalb sofort wirksam reagieren!“ Zudem brauche es jetzt ein Vermieter-Mieter-Bündnis, um diese riesige Herausforderung gemeinsam zu meistern.

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 Für die Nebenkosten zahlen Mieterinnen und Mieter monatlich neben der Kaltmiete eine Betriebskostenvorauszahlung. Dieser Abschlag berücksichtigt jedoch nicht die aktuelle Explosion der Energiepreise. „Die exorbitanten Preissteigerungen – zum Beispiel für Gas – werden erst in der Betriebskostenabrechnung im kommenden Jahr voll durchschlagen, dann droht sehr vielen Haushalten ein böses Erwachen“, so Rainer Seifert. „So lange darf die Politik keinesfalls warten.“ Der von der Bundesregierung beschlossene Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger sei ein erster Schritt, der aber bei Weitem nicht ausreiche. „Zum einen ist die Höhe der Einmalzahlung viel zu niedrig vor dem Hintergrund der aktuellen Preisentwicklungen auf den Energiemärkten. Zum anderen sind längst nicht nur Empfänger von Wohngeld betroffen. Auch Haushalte, die über der Wohngeldgrenze liegen, werden mit den Kostensteigerungen zu kämpfen haben, während zusätzlich auch beim Strom hohe Nachzahlungen drohen und durch die Inflation zugleich die Kaufkraft der Haushalte sinkt.“

Heizkostenzuschuss muss ausgeweitet werden – flankiert von weiteren Maßnahmen

Die Wohnungswirtschaft in Sachsen sieht deshalb sowohl die Bundes- als auch die Landespolitik in der Pflicht. „Es müssen unabhängig von Wohngeldgrenzen dringend Heizkostenzuschüsse für alle Mieterinnen und Mieter auf den Weg gebracht werden, was wir als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern sehen. Nur so lassen sich die direkten Auswirkungen noch abfedern.“ Zudem brauche es nach dieser Ad-hoc-Maßnahme schnell weitere Weichenstellungen, die dem Problem langfristig entgegenwirken. „Die Steuer- und Abgabenlast auf Energie muss dringend gesenkt werden“, fordert Rainer Seifert. „Zudem muss so gefördert werden, dass Baukosten und Energiepreissteigerungen angemessen berücksichtigt werden. Nur wenn diese Kosten mit dem anschließenden Einspareffekt gegengerechnet kein Minus ergeben, handelt es sich um eine kluge und umweltfreundliche Förderung.“

Tipp: Betriebskostenvorauszahlungen bereits jetzt anpassen, um böse Überraschungen zu vermeiden

Um hohen Nachzahlungen im kommenden Jahr entgegenzuwirken, empfiehlt der vdw Sachsen allen Mieterinnen und Mietern, ihre monatlichen Abschläge für die Betriebskosten schon jetzt vom Vermieter etwas heraufsetzen zu lassen. „Die Betriebskosten sind keine Einnahmen für den Vermieter, sondern werden von den Wohnungsunternehmen nur weitergereicht“, erklärt Rainer Seifert. „Wenn die sich abzeichnenden Mehrkosten durch einen etwas höheren Abschlag schon in diesem Jahr bei den monatlichen Zahlungen mit berücksichtigt werden, fällt im nächsten Jahr keine zu hohe Nachzahlung am Stück an.“ Die überwiegend kommunalen Mitgliedsunternehmen im vdw Sachsen, die als Ansprechpartner vor Ort in den Städten und Gemeinden sind, werden ihren Mieterinnen und Mietern sehr gern beratend zur Seite stehen. „Es braucht jetzt eine besonders enge Partnerschaft, ein Bündnis zwischen Vermietern und Mietern, um die große Herausforderung gemeinsam zu bewältigen.“

Umdenken und neue Ehrlichkeit gefordert

Mit Blick auf die bedrohlichen Entwicklungen bei den Energiepreisen und die Klimaschutzbemühungen fordert der vdw Sachsen ein generelles Umdenken in der Politik. „Klima-, Energie-, Bau- und Finanzpolitik müssen viel mehr zusammen gedacht werden und für alle Beteiligten verlässlich sein, damit wir zu Planungssicherheit zurückkommen“, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. „Zudem muss die Politik endlich dazu kommen, den Bürgern ehrlich zu sagen, wie viel Geld der Klimaschutz jeden einzelnen kosten wird. Denn zusätzlich zu den steigenden Energiekosten wird auch der Weg zur Erreichung der gesteckten Klimaschutzziele noch für viel weiteren sozialen Sprengstoff sorgen und vor allem die Mittelschicht hart treffen.“

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Die nachfolgenden Grafiken zeigen mögliche Szenarien zu Preissteigerungen für unterschiedliche prozentuale Erhöhungen am Beispiel der warmen Betriebskosten bei 0,95€/qm und bei 1,10 €/qm.

Der Freistaat Sachsen hat heute angekündigt, in diesem Jahr 2,1 Millionen Euro für den Rückbau leerstehender Wohngebäude bereitzustellen. „Wir begrüßen sehr, dass die Landesregierung die Wohnungswirtschaft dabei unterstützt, dem Leerstand im ländlichen Raum abseits der großen Metropolen wirkungsvoll zu begegnen“, so Rainer Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Nicht berücksichtigt wurde im Programm allerdings die Entwicklung der Bau- und Entsorgungskosten. Dass flexible Teilrückbau-Lösungen weiterhin ausgeschlossen werden, schränkt die Möglichkeiten zudem weiter ein.“.

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Die Förderung, die heute vorgestellt wurde, besteht in einer Anteilsfinanzierung durch einen Zuschuss, der höchstens 50 Euro je Quadratmeter zurückgebauter Wohnfläche beträgt. „Das hilft vielen Wohnungsunternehmen – insbesondere in ländlichen, strukturschwachen Regionen, die vom demografischen Wandel besonders stark betroffen sind“, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. Jede leerstehende Wohnung verursacht Kosten, denen keine Mieteinnahmen gegenüberstehen. Gerade für kleinere kommunale Wohnungsunternehmen kann das schnell existenzbedrohend werden. Zudem erschweren die Leerstandskosten Investitionen in die Weiterentwicklung und Modernisierung des Wohnungsbestands, die nach dem völlig überraschenden Stopp der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude ohnehin vor einer ungewissen Zukunft steht. „Anders als die Bundesregierung agiert die Landesregierung in Sachsen in der Förderpolitik verlässlich“, betont Rainer Seifert. „Als eine Branche, die wie kaum eine andere auf langfristige Planungssicherheit angewiesen ist, wissen wir dies zu schätzen.“

Im Detail offenbart das Landesrückbauprogramme auch Schwächen. So wurde der Fördersatz von 50 Euro je Quadratmeter nicht an die stark steigenden Bau- und Entsorgungskosten angepasst. „Das wäre angesichts der teils exorbitant gestiegenen Preise dringend notwendig“, erklärt Rainer Seifert. Auch die Tatsache, dass Teilrückbau nach wie vor kategorisch ausgeschlossen wird, schränkt die Handlungsmöglichkeiten der Wohnungsunternehmen ein. „Oft bietet Teilrückbau gute Lösungen für die Quartiere, um Rückbau so zu gestalten, dass Siedlungsstrukturen trotzdem bestmöglich erhalten werden können. Solche flexiblen Ansätze müssen auch gefördert werden, um gerade den ländlichen Raum langfristig attraktiv zu halten.“

Die Zahl der leerstehenden Wohnungen hatte bei der im vdw Sachsen organisierten Wohnungswirtschaft zuletzt im Jahr 2020 deutlich die Zehn-Prozent-Marke überstiegen. Rund 29.500 Wohnungen standen Ende 2020 leer – das entspricht einer Leerstandsquote von 10,6 Prozent (2019: 10,7 Prozent). Für die kommunalen Wohnungsunternehmen, die einen Großteil der Mitglieder des vdw Sachsen ausmachen, beträgt die Leerstandsquote sogar 12,3 Prozent (2019: 12,4 Prozent).

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