Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Sachsen präsentierte die wichtigsten Kennzahlen der Jahresstatistik 2025
Dresden, 28. Mai 2026 Bezahlbares Wohnen ist auch in Sachsen längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft steht vor der Herausforderung, steigende Kosten, Klimaziele, Investitionen und sozial verträgliche Mieten gleichzeitig stemmen zu müssen, erklärten der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) und der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz zur Vorstellung der Zahlen der Jahresstatistik 2025.
Erstmals präsentierten beide Verbände ihre wichtigsten Kennzahlen gemeinsam und richteten dabei auch gemeinsame wohnungspolitische Forderungen an Bund und Freistaat Sachsen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die sozial orientierten Wohnungsunternehmen beider Verbände bleiben angespannt, trotz leicht steigender Investitionen und einer vorsichtigen Stabilisierung einzelner Marktsegmente.
Hohe Investitionen – aber kaum Impulse für den Neubau
Die 199 im VSWG organisierten Wohnungsgenossenschaften investierten im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 623,4 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 12,1 Mio. Euro (2 Prozent) gegenüber 2024 (611,3 Millionen Euro). Der Schwerpunkt lag erneut auf der Instandhaltung (371,5 Mio. Euro) und Modernisierung (209,4 Mio. Euro) der Bestände. Gleichzeitig verharren die Investitionen in den Neubau mit 42,5 Millionen Euro weiterhin auf niedrigem Niveau. Lediglich 176 Wohnungen wurden im Jahr 2025 neu gebaut.
„Die Baupreise steigen zwar langsamer als in den Vorjahren, dennoch führen höhere Investitionen real zu immer geringeren Bauleistungen. Besonders der Neubau bleibt unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich kaum darstellbar“, erklärte VSWG-Vorstand Mirjam Philipp.
Die 117 im vdw Sachsen organisierten Wohnungsunternehmen investierten im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 703,6 Mio. Euro. Das entspricht einem Anstieg von 68,4 Mio. Euro (knapp 11 Prozent). Gestiegen sind vor allem die Investitionen in die Instandsetzung (297,3 Mio. Euro; Anstieg um 5,7 Mio. Euro) und Modernisierung (284,7 Mio. Euro; Anstieg um 67,9 Mio. Euro), was seine Ursache in einem sehr attraktiven und gut genutzten Förderprogramm hat.
Auch im Neubau gab es auf niedrigem Niveau in 2025 noch einen leichten Anstieg bei den Fertigstellungen (762 Wohnungen zu 719 im Vorjahr), was insbesondere Fertigstellungen bereits begonnener Projekte betrifft. Die Neubau-Investitionen waren aber bereits rückläufig „Wir erwarten in diesen und in den folgenden Jahren einen dramatischen Einbruch im Neubau. Die Prognosen unserer Mitgliedsunternehmen sind sehr düster“, erläuterte vdw-Verbandsdirektor Alexander Müller.
Gleichzeitig rechnen die Verbände weiterhin mit hohen finanziellen Belastungen durch energetische Modernisierung, steigende Baukosten sowie wachsende Anforderungen an Klimaschutz und Dekarbonisierung.
Wohnkosten steigen weiter – Mieten bleiben vergleichsweise moderat
Die durchschnittliche Nettokaltmiete der sächsischen Wohnungsgenossenschaften stieg 2025 auf 5,75 Euro/m2. Trotz der Kostensteigerungen liegt das Mietniveau damit weiterhin deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.
Die sogenannte „zweite Miete“ entwickelt sich hingegen zunehmend zum Belastungsfaktor. Die warmen Betriebskosten stiegen auf durchschnittlich 1,61 Euro/m2, die kalten Betriebskosten auf 1,56 Euro/m2. Damit entfallen mittlerweile rund 35,5 Prozent der Bruttowarmmiete auf Betriebs- und Heizkosten.
„Gerade bei den Betriebskosten zeigt sich, dass zahlreiche Kostenentwicklungen außerhalb des Einflussbereiches der Vermieter liegen. Gebühren, Energiepreise und regulatorische Anforderungen treiben die Wohnkosten weiter nach oben“, erklärte der VSWG-Vorstand.
Bei den Unternehmen des vdw Sachsen ist die Situation ganz ähnlich. Die Nettokaltmiete stieg im Durchschnitt auf 5,66 Euro/m2. Die warmen Betriebskosten mit 1,61 Euro/m2 und die kalten Betriebskosten mit 1,69 Euro/m2 machen im Durchschnitt 36,8 Prozent der Bruttowarmmiete aus.
„Während unsere Kaltmieten, unsere einzige Einnahmequelle, also weiterhin sehr günstig und weit unterhalb der Inflation gestiegen sind, sind die Betriebskosten der eigentliche Preistreiber mit zunehmend sozialer Sprengkraft“, ergänzte Verbandsdirektor Alexander Müller.
Leerstand bleibt zentrale Herausforderung im ländlichen Raum
Die Leerstandsquote der sächsischen Wohnungsgenossenschaften lag Ende 2025 bei 8,2 Prozent. Insgesamt standen rund 24.000 Wohnungen leer. Während sich die Wohnungsmärkte in Dresden und Leipzig vergleichsweise stabil entwickeln, kämpfen viele ländliche Regionen weiterhin mit strukturellem Leerstand und demografischen Herausforderungen.
Besonders deutlich werden die regionalen Unterschiede zwischen den Großstädten und einzelnen Landkreisen mit zweistelligen Leerstandsquoten. Der Rückgang des Leerstands resultiert dabei vor allem aus Rückbau- und Stilllegungsmaßnahmen.
„Ohne den kontinuierlichen Rückbau wären die Leerstände in vielen Regionen wirtschaftlich nicht mehr beherrschbar. Gleichzeitig fehlen verlässliche Förderprogramme für den Stadtumbau und insbesondere auch für den Teilrückbau“, so Mirjam Philipp.
Das bestätigen auch die Zahlen des vdw Sachsen. Mit durchschnittlich 9,5 Prozent (über 25.300 Wohnungen) ist der Leerstand sogar leicht angestiegen. „Verbunden mit den auf dem Land noch niedrigeren Mieten sind diese Quoten, die dort noch deutlich höher sind, ein existenzieller Faktor“, beschrieb Alexander Müller die Lage.
Rückbau bleibt relevantes Thema
Der Rückbau liegt mit Ausnahme des Jahres 2019 zahlenmäßig über dem Neubau. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 wurden 375 Wohnungen (Vorjahr: 464 Wohnungen) endgültig vom Markt genommen. Die weiterhin hohe Bedeutung des Rückbaus – und damit auch des Teilrückbaus – verdeutlicht vor allem das anhaltende Überangebot an Wohnungen im Freistaat Sachsen. Gleichzeitig zeugen die Zahlen von einem immensen wirtschaftlichen Druck auf die Wohnungsgenossenschaften, der letztlich durch Leerstände verursacht wird.
Beim vdw Sachsen wurden 2025 644 Wohnungen zurückgebaut, 421 mehr als noch 2024. Das unterstreicht die Situation.
Energieeffizienzklassen spiegeln guten energetischen Zustand des Wohnungsbestandes
Im Rahmen der Jahresstatistik erfolgte eine Abfrage zu den Energieeffizienzklassen. Die befragten Wohnungsgenossenschaften wurden gebeten, ihren Bestand in den Kategorien A+ bis H einzuordnen. Der Großteil an Wohnungen entfällt dabei auf die Energieeffizienzklasse B (32,6 Prozent) und C (39,8 Prozent). Weitere 18,2 Prozent gehören zur Energieeffizienzklasse D. Fast drei Prozent der Wohnungen liegen in der Energieeffizienzklasse A oder höher (A+). Die restlichen 5,4 Prozent verteilen sich auf die Energieeffizienzklasse E, F, G und H. Etwas mehr als ein Prozent der Wohnungen konnten bisher keiner Energieeffizienzklasse zugeordnet werden.
„Es zeigt sich, dass über 90 Prozent der Wohnungen der sächsischen Wohnungsgenossenschaften in den Energieeffizienzklassen B, C und D liegen und damit insgesamt für einen vergleichsweise guten energetischen Zustand des Wohnungsbestandes sprechen. Dies wirkt sich insbesondere auch positiv im Hinblick auf die europarechtlichen Anforderungen an die Gebäudebeschaffenheit aus“, fasste Mirjam Philipp zusammen.
Auch die Bestände der vom vdw Sachsen vertretenen Unternehmen spiegeln das wider mit 19,4 Prozent in der Energieeffizienzklasse B, 39,6 Prozent in C und 23,2 Prozent in D. Somit befindet sich über 87 Prozent des Gebäudebestands in den Energieeffizienzklassen A+ bis D. „Unsere Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht, noch lange bevor das überhaupt Pflicht wurde. Das zeigt wie verantwortungsvoll sie agieren“, erklärte Alexander Müller
Auswirkungen des Gebäude-Modernisierungsgesetzes auf Vermieter und Mieter
Mit Sorge betrachten VSWG und vdw Sachsen den aktuellen Kabinettsbeschluss des Gebäude-Modernisierungsgesetzes (GModG), das perspektivisch das bisherige Heizungsgesetz ablösen soll. Zwar begrüßen die Verbände grundsätzlich das Ziel, mehr Technologieoffenheit, Praxistauglichkeit und Investitionssicherheit bei der Wärmewende zu schaffen. Gleichzeitig warnen sie jedoch vor zusätzlichen finanziellen Belastungen für Wohnungsunternehmen und Mieter.
Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft steht bereits heute vor enormen Investitionsanforderungen – sowohl im Bereich der energetischen Modernisierung als auch bei der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Allein die Umstellung bestehender Heizsysteme, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie notwendige Netzinfrastrukturen werden in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erfordern.
„Die Wärmewende im Gebäudebestand kann nur gelingen, wenn sie wirtschaftlich tragfähig, sozial ausgewogen und langfristig planbar gestaltet wird. Zusätzliche gesetzliche Anforderungen ohne ausreichende Förderung führen zwangsläufig zu steigenden Wohnkosten“, erklärte VSWG-Vorstand Mirjam Philipp.
Besonders kritisch sehen die Verbände die Gefahr, dass steigende Modernisierungs- und Energiekosten künftig stärker auf die Mieter durchschlagen könnten. Bereits heute entfallen rund 35,5 bis 36,8 Prozent der Bruttowarmmiete auf Betriebs- und Heizkosten. Weitere Kostensteigerungen würden insbesondere einkommensschwächere Haushalte zunehmend belasten.
„Die Wohnungsunternehmen benötigen endlich verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen und langfristig angelegte Förderprogramme, um Investitionen in eine klimafreundliche Wärmeversorgung wirtschaftlich umsetzen zu können. Das GModG darf nicht zu neuen Unsicherheiten führen. Entscheidend sind praktikable Übergangsfristen, echte Technologieoffenheit und eine dauerhaft auskömmliche Förderung. Andernfalls droht die Gefahr, dass notwendige Investitionen entweder verschoben werden oder sich die Wohnkosten für viele Mieter weiter erhöhen“, erklärte Verbandsdirektor Alexander Müller.
Gemeinsamer Appell an die Politik
VSWG und vdw Sachsen appellierten gemeinsam an Bund und Freistaat, die sozial orientierte Wohnungswirtschaft stärker zu unterstützen und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Dazu gehören insbesondere:
- verlässliche und langfristige Förderprogramme,
- wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für Neubau und Sanierung,
- eine praxisgerechte Umsetzung klimapolitischer Vorgaben,
- eine stärkere Unterstützung beim Stadtumbau und Rückbau sowie
- der Abbau bürokratischer Hürden und zusätzlicher Kostenbelastungen.
„Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist ein Stabilitätsanker für den Freistaat Sachsen. Damit bezahlbares Wohnen auch künftig möglich bleibt, braucht es endlich mehr Verlässlichkeit, Planbarkeit und Realitätssinn in der Wohnungspolitik“, erklärten VSWG-Vorstand Mirjam Philipp und Verbandsdirektor Alexander Müller abschließend unisono.
Leipzig, 11. Mai 2026 – Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steht unter massivem Druck. Steigende Bau- und Energiekosten, ausbleibende Fördermittel, zunehmende regulatorische Anforderungen, die Anforderungen der Wärmewende sowie ein tiefgreifender demografischer Wandel verschärfen die Herausforderungen für die Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland erheblich.

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Pressekonferenz haben die mitteldeutschen Wohnungsverbände deshalb einen eindringlichen Appell an Bund und Länder gerichtet. Ohne realistische politische Rahmenbedingungen, verlässliche Förderprogramme und praktikable Klimaschutzstrategien drohen Investitionen auszubleiben, mit gravierenden Folgen für bezahlbaren Wohnraum, soziale Stabilität und die Erreichung der Klimaziele.
Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland bieten rund zwei Millionen Menschen und damit etwa 24 Prozent der Bevölkerung ein Zuhause. Gleichzeitig liegen ihre Mietsteigerungen weiterhin deutlich unterhalb der allgemeinen Verbraucherpreisentwicklung. Dennoch geraten die Unternehmen zunehmend an wirtschaftliche Grenzen.
Demografischer Wandel verschärft die Herausforderungen
Mitteldeutschland steht vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Sinkende Bevölkerungszahlen, Überalterung und Abwanderung junger Menschen verändern die Anforderungen an den Wohnungsbestand grundlegend. Bis zum Jahr 2045 wird in Mitteldeutschland ein Bevölkerungsrückgang von rund 994.000 Menschen erwartet. Damit verbunden könnte der Bedarf an rund 520.000 Wohnungen entfallen.
„Mitteldeutschland steht vor einem tiefgreifenden demografischen Wandel. Die Kombination aus Abwanderung, niedrigen Geburtenzahlen und Überalterung stellt die Wohnungswirtschaft vor besondere Herausforderungen in der nachhaltigen Entwicklung ihrer Wohnungsbestände bei gleichzeitiger Sicherung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Wohnungsunternehmen“, erklärt Doreen Mottl, Vorstand und Prüfungsdirektorin des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften Sachsen-Anhalt e.V.
Neubau braucht realistische Standards
Gleichzeitig kommt der Neubau zunehmend zum Erliegen. Hauptursachen sind massiv gestiegene Baukosten, hohe Anforderungen und fehlende wirtschaftliche Perspektiven. Die Verbände fordern daher einen grundlegenden Kurswechsel hin zu einfacheren, schnelleren und bezahlbaren Lösungen.
„Mut zum Bauen fällt nicht vom Himmel – es braucht endlich klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Der mitteldeutsche Wohnungsmarkt steht massiv unter Druck: explodierende Baukosten und immer engere Investitionsspielräume würgen Bauen und Neubau ab. So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen jetzt den politischen Willen zur Kurskorrektur – weg von überzogenen Vorgaben, hin zu praxistauglichen und bezahlbaren Standards“, fordert Mirjam Philipp, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V.

Serielles Sanieren als Schlüssel zur Klimaneutralität
Besondere Potenziale sehen die Verbände in der seriellen Sanierung standardisierter Bestände in Ostdeutschland. Gerade die zahlreichen Plattenbauten bieten die Chance, klimafreundliche Lösungen industriell zu entwickeln und in großem Maßstab umzusetzen.
„Serielles Sanieren ist für die ost- und somit auch mitteldeutsche Wohnungswirtschaft der Schlüssel zur Klimaneutralität im Bestand. Gerade unsere standardisierten Plattenbauten bieten die Chance, mit einmal entwickelten Lösungen tausende Wohnungen schnell, wirtschaftlich und klimafreundlich zu modernisieren. Wenn wir diesen Hebel nutzen, wird aus einer Herausforderung ein echter industriepolitischer Durchbruch für bezahlbares Wohnen“, erklärt Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V.

Praxisbeispiele aus Mitteldeutschland zeigen bereits heute, dass serielle Sanierung technisch umsetzbar und perspektivisch wirtschaftlich tragfähig sein kann. Gleichzeitig warnen die Verbände davor, die Klimaziele mit theoretischen Zielpfaden statt mit praktikablen Lösungen erreichen zu wollen.
Fehlende Fördermittel gefährden Investitionen
Die Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland stehen vor einem zweiten großen Modernisierungszyklus. Nach dem Bau vieler Bestände in DDR-Zeiten und ihrer umfassenden Sanierung in den 1990er-Jahren werden erneut erhebliche Investitionen erforderlich – insbesondere für Dekarbonisierung, altersgerechten Umbau und energetische Modernisierung.
Gleichzeitig fehlen vielerorts die notwendigen Förderkulissen. Besonders kritisch sei die Situation in Sachsen-Anhalt, wo derzeit keine aktiven Wohnraumförderprogramme zur Verfügung stehen.
„Wir haben viel aus eigener Kraft erreicht. Doch demografischer Druck und schwierige politische Rahmenbedingungen setzen klare Grenzen. Wenn wir bezahlbaren Wohnraum sichern wollen, brauchen wir jetzt ein tragfähiges, verlässliches Förderprogramm für die Bestandssanierung in der Wohnungswirtschaft“, fordert Jens Zillmann, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt e.V.
Gemeinsamer Appell an Bund und Länder
Die mitteldeutschen Wohnungsverbände machen deutlich: Ohne verlässliche Rahmenbedingungen, auskömmliche Förderprogramme und eine realistische Regulierung sind die anstehenden Aufgaben kaum zu bewältigen. Es braucht jetzt entschlossenes politisches Handeln und differenzierte Lösungen für den mitteldeutschen Wohnungsmarkt, um bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern und die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Die Herausforderungen in Mittel- bzw. Ostdeutschland unterscheiden sich grundlegend von den angespannten Wohnungsmärkten der Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg. Die Verbände fordern daher konkret:
• realistische und wirtschaftlich tragfähige Klimapfade
• verlässliche und kombinierbare Förderprogramme
• einen gesetzlichen Basiswohnstandard
• schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren
• stärkere Unterstützung für Bestandssanierung und serielles Sanieren
• eine wohnungspolitische Differenzierung zwischen Wachstums- und Schrumpfungsregionen in Deutschland
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Die mitteldeutsche Wohnungswirtschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – für bezahlbares Wohnen, für soziale Stabilität und für eine nachhaltige Transformation des Gebäudebestandes. Dafür brauche sie jedoch endlich politische Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen statt verhindern.
Download der Präsentation der mitteldeutschen Pressekonferenz
Gerade in der Vorweihnachtszeit rücken Themen wie Solidarität und soziale Verantwortung besonders in den Fokus. Auch in diesem Jahr unterstützen die beiden Verbände der sächsischen Wohnungswirtschaft – der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) und der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. (vdw Sachsen) – die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e. V. mit jeweils 2.000 Euro. Dies ist ein zusätzlicher Beitrag und zugleich ein wichtiges Signal zu dem, was viele der Mitgliedsunternehmen beider Verbände mit ihrem regelmäßigen Beitrag selbstverständlich bereits seit vielen Jahren leisten. Mit der gemeinsamen Spende von insgesamt 4.000 Euro möchten die Verbände der sozial orientierten Wohnungswirtschaft notleidenden Familien in Asien, Afrika und Lateinamerika die Chance auf ein sicheres Zuhause und eine bessere Zukunft geben.
„Wir möchten den Menschen in Not ein Zuhause geben und mit unserer Spende ein Zeichen der Hoffnung setzen. Die Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort ist heute aktueller denn je“, erklären Mirjam Philipp, Vorstand vom VSWG sowie Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen.
Die DESWOS engagiert sich seit über fünf Jahrzehnten weltweit für menschenwürdige Wohn- und Lebensbedingungen. Mit Projekten zum Bau von Wohnraum, zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Förderung nachhaltiger Lebensperspektiven leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung und zur Sicherung von Lebensqualität. Zahlreiche sächsische Wohnungsgenossen-schaften und Wohnungsgesellschaften unterstützen die DESWOS seit vielen Jahren – selbstverständlich und unaufgeregt durch ihre Mitgliedschaft. Ihnen gilt an dieser Stelle ein ausdrückliches Dankeschön.
„Gerade in Zeiten globaler Krisen und wachsender Unsicherheiten ist Solidarität über Grenzen hinweg unverändert wichtig. Mit unserer Unterstützung wollen wir Verantwortung übernehmen und zeigen, dass auch kleine Beiträge Großes bewirken können“, betonen die beiden Verbände.
Wenn auch Sie den Menschen in Not zu einer menschenwürdigen Unterkunft verhelfen möchten, spenden Sie bitte. Es zählt jeder Euro. Bitte geben Sie bei einer Spende über 200 Euro auch Ihre Anschrift an, damit DESWOS Ihnen im Nachgang eine Spendenbescheinigung übermitteln kann.
DESWOS e.V.
Spendenkonto IBAN DE87 3705 0198 0006 6022 21
Sparkasse KölnBonn SWIFT-BIC COLSDE33
Spendenstichwort: DEWOS Projekthilfe
Download der gesamten Pressemitteilung
Die sächsische Wohnungswirtschaft fordert praxisgerechte und rechtssichere Rahmenbedingungen für den Denkmalschutz
Der vdw Sachsen hat ein umfassendes Positionspapier zur anstehenden Reform des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes (SächsDSchG) vorgelegt. Darin formuliert die sächsische Wohnungswirtschaft konkrete Vorschläge, wie Denkmalschutz, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit von Wohnraum künftig besser in Einklang gebracht werden können.
Denkmalschutz im Spannungsfeld gesellschaftlicher Ziele
Rund zehn Prozent der über 300.000 Wohnungen der Mitgliedsunternehmen des vdw Sachsen stehen unter Denkmalschutz – in einigen Gesellschaften beträgt der Anteil sogar ein Viertel des Bestandes. Damit tragen die kommunalen Wohnungsunternehmen in besonderem Maße Verantwortung für den Erhalt der sächsischen Baukultur. Zugleich stehen sie vor der Herausforderung, die Klimaziele zu erreichen, Sanierungen wirtschaftlich tragfähig zu gestalten und bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
Das Positionspapier betont: Denkmalpflege darf kein Hemmnis für Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit sein, sondern muss in einem modernen Rechtsrahmen handhabbar bleiben.
Kernforderungen der Wohnungswirtschaft
Der vdw Sachsen schlägt unter anderem folgende Anpassungen im SächsDSchG vor:
- Einheitliche Zumutbarkeitsprüfung: Kommunale Wohnungsunternehmen sollen bei der Wirtschaftlichkeitsbewertung denkmalpflegerischer Maßnahmen den gleichen Maßstab wie private Eigentümer anwenden dürfen – objektbezogen und liquiditätsorientiert.
- Differenzierte Schutzsystematik: Einführung eines landesweiten Bewertungssystems, das Kulturdenkmale nach Erhaltungswert und Schutzintensität unterscheidet. So können Ressourcen gezielt auf Objekte mit besonderem kulturhistorischem Wert konzentriert werden.
- Effiziente Verfahren: Ersatz der Einvernehmenspflicht durch eine Benehmensregelung, klare Entscheidungsfristen und verbindliche Genehmigungsfiktionen zur Beschleunigung von Sanierungsverfahren.
- Integration des Klimaschutzes: Ergänzung des Denkmalschutzgesetzes um Öffnungsklauseln für energetische Verbesserungen und den erleichterten Einsatz von Photovoltaikanlagen auf Denkmalobjekten.
- Präzisierung des Denkmalbegriffs: Einführung einer klaren Unterscheidung zwischen Denkmalfähigkeit und Denkmalwürdigkeit sowie konstitutive Unterschutzstellung zur Stärkung der Rechtssicherheit.
- Technologie- und Materialoffenheit: Zulassung moderner, denkmalverträglicher Baustoffe und Verfahren, um Sanierungen nachhaltiger und wirtschaftlicher zu gestalten.
Ein ausgewogenes Verhältnis von Schutz und Zukunftsfähigkeit
„Die sächsische Wohnungswirtschaft bekennt sich ausdrücklich zur Bewahrung des baukulturellen Erbes“, betont der Verband. „Damit Denkmalschutz auch in Zukunft tragfähig bleibt, braucht es klare, praxistaugliche und wirtschaftlich ausgewogene Regelungen.“
Das Positionspapier versteht sich als Beitrag zur bevorstehenden Debatte um das Sächsische Denkmalschutzgesetz und richtet sich an Politik, Verwaltung und Fachöffentlichkeit gleichermaßen. Es soll dazu beitragen, dass Denkmalschutz und Klimaschutz künftig partnerschaftlich gedacht werden – im Interesse einer lebenswerten, nachhaltigen und wirtschaftlich stabilen Baukultur in Sachsen.
Das vollständige Positionspapier zur Novellierung des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes steht auf der Website des vdw Sachsen zum Download bereit:
👉 Positionspapier zum SächsDSchG
“Man sieht nur, was man weiß.” – mit diesem Goethe-Zitat eröffnete Staatsministerin Regina Kraushaar am 20. August unsere kleine wohnungswirtschaftliche Tour und brachte damit auf den Punkt, worum es geht: Verstehen, hinschauen und die Bedeutung von sozial orientierter Wohnungswirtschaft erlebbar machen.
Gemeinsam mit Geschäftsführern und Vorständen unserer Mitgliedsunternehmen sowie Mitarbeitenden unserer Verbände vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V., VSWG Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. und des Sächsisches Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung besichtigten wir Bestände in Dresden, Radeberg und Heidenau, welche mit Hilfe des Landes saniert werden sollen oder bereits saniert wurden. Aber auch denkmalgeschützte Objekte und Neubau standen auf der Agenda. Anschließend gab es in der Geschäftsstelle unseres Mitgliedsunternehmens, der kommunalen Wohnungsgesellschaft WVH Heidenau ein Pressegespräch, in dem unterstrichen wurde, wie wichtig die Unterstützung durch das Land ist und welche Erfolge sie zeigt.
Bezahlbares Wohnen mit Verantwortung für die Menschen, die bei uns leben, für deren soziales Umfeld und für das Klima und die Umwelt ist keine Selbstverständlichkeit und braucht Verlässlichkeit und Beständigkeit. Es ist daher gut, die Staatsministerin, ihr Haus und somit das Land hier an unserer Seite zu wissen. Herzlichen Dank, dass sie sich die Zeit genommen hat – um zu wissen und zu sehen.
Einen Bericht, der die auf der PK getätigten Aussagen gut zusammenfasst ist unter
Sachsen: Wohnungsunternehmen brauchen Geld für Investitionen – n-tv.de zu finden.
Am 26. Juni hat der Sächsische Landtag nach langen und häufig emotional geführten Beratungen der Doppelhaushalt 2025/2026 beschlossen. Das Votum fiel zu später Stunde. Das gilt nicht nur für die Uhrzeit, sondern generell, immerhin ist bereits ein halbes Jahr vorüber.
Es ist daher eine 𝗱𝗿𝗶𝗻𝗴𝗲𝗻𝗱 𝗻𝗼𝘁𝘄𝗲𝗻𝗱𝗶𝗴𝗲 𝗘𝗻𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲𝗶𝗱𝘂𝗻𝗴, die für unsere Branche eine zentrale Grundlage für 𝗣𝗹𝗮𝗻𝘂𝗻𝗴𝘀𝘀𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿𝗵𝗲𝗶𝘁 𝘂𝗻𝗱 𝗜𝗻𝘃𝗲𝘀𝘁𝗶𝘁𝗶𝗼𝗻𝘀𝗸𝗹𝗮𝗿𝗵𝗲𝗶𝘁 darstellt. Es bleibt ein 𝗦𝗽𝗮𝗿𝗵𝗮𝘂𝘀𝗵𝗮𝗹𝘁, mit zum Teil schmerzhaften Einschnitten und hohen Risiken – auch für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft. Aber: 𝗜𝗻𝗻𝗲𝗿𝗵𝗮𝗹𝗯 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗿 𝗲𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗳𝗶𝗻𝗮𝗻𝘇𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝗻 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝗿𝗮̈𝘂𝗺𝗲 𝗶𝘀𝘁 𝗲𝘀 𝗴𝗲𝗹𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻, 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝗮𝗻𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗲𝗺 𝗕𝗮𝘂 𝗯𝗲𝘇𝗮𝗵𝗹𝗯𝗮𝗿𝗲𝗿 𝗪𝗼𝗵𝗻𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝗵𝗶𝗻 𝗵𝗼𝗵𝗲 𝗣𝗿𝗶𝗼𝗿𝗶𝘁𝗮̈𝘁 𝗲𝗶𝗻𝘇𝘂𝗿𝗮̈𝘂𝗺𝗲𝗻. Die zugesagte finanzielle Unterstützung ist ein wichtiges Signal für die Wohnungsunternehmen im Freistaat.
Durch konstruktive Verhandlungen im Rahmen einer Mehrheitsfindung zwischen den beteiligten Fraktionen wurden gegenüber dem ersten Entwurf noch konkrete und von uns geforderte Verbesserungen für unsere Belange erreicht.
So wird zum Beispiel der barrierefreie Umbau im Zusammenhang mit dem Förderprogramm für Wohnraumanpassung wieder mit einem zweistelligen Millionenbetrag bedient. In einem erfolgreichen Entschließungsantrag (-> DOWNLOAD ENTSCHLIESSUNGSANTRAG) wurde zudem eine Verbesserung des aktuellen Förderung des sozialen Wohnungsneubaus angemahnt. Für den Denkmalschutz gibt es ebenfalls einen deutlichen Betrag mehr, so dass auch mehr unter diesem stehende Gebäude ertüchtigt werden könnten. Und bezüglich der unsere Unternehmen nach wie vor massiv belastenden unverschuldeten Altschulden soll der Freistaat über den Bundesrat auf der Bundesebene aktiv werden.
Jetzt kommt es darauf an, dass 𝗱𝗶𝗲 𝗠𝗶𝘁𝘁𝗲𝗹 𝗮𝘂𝗰𝗵 𝘇𝘂̈𝗴𝗶𝗴 𝗮𝗯𝗿𝘂𝗳𝗯𝗮𝗿 𝘀𝗶𝗻𝗱 – denn nur dann können unsere Unternehmen weiter bauen, sanieren und modernisieren. Und: Die Haushaltsplanungen für die Jahre nach 2026 stehen bald an. 𝗗𝗮𝗿𝗮𝘂𝗳 𝗺𝘂̈𝘀𝘀𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗯𝘂𝗰𝗵𝘀𝘁𝗮̈𝗯𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗮𝘂𝗳𝗯𝗮𝘂𝗲𝗻 𝗸𝗼̈𝗻𝗻𝗲𝗻.

Verbandsdirektor Alexander Müller hat bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Jahresstatistik 2024 des vdw Sachsen Alarm geschlagen.
“Die aktuellen Zahlen zeigen eine bedrohliche Schieflage. Neubau stagniert, Leerstände auf dem Land bleiben hoch, Investitionen reichen kaum für die großen Herausforderungen der Zukunft. Die soziale Wohnungswirtschaft braucht endlich verlässliche politische Unterstützung, neue Klimastrategien und einen ehrlichen Blick auf die wachsende soziale Belastung durch steigende Betriebskosten. Der Praxispfad CO2-Reduktion bietet konkrete Lösungen – wir sind bereit, diesen Weg zu gehen. Jetzt brauchen wir Rückendeckung!
Unsere Mitgliedsunternehmen leisten enorm viel, doch die Lücke zwischen Baukosten, Inflation und Mieteinnahmen wird immer größer. Mit diesen Mieten können wir den Gebäudesektor weder zukunftsfähig gestalten noch klimaneutral umbauen. Eine weitere bittere Dramatik zeigt die Entwicklung der Mietschulden. Es braucht ein Umdenken – weg von starren Standards, hin zu praktikablen Lösungen wie dem Praxispfad CO2-Reduktion. Nur gemeinsam mit der Politik können wir bezahlbares Wohnen sichern – verlässlich, verantwortungsvoll und mit Weitblick.”
Konstruktiver und zielorientierter Austausch auf der Podiumsdiskussion im Rahmen des Netzwerkabends des sächsischen Holzbautags am 29. April. Unter der Moderation von Stephan Bischof diskutieren Annette Rothenberger-Temme vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung, CDU-Bundestagsabgeordneter Lars Rohwer, Frank Wießner vom BFW Landesverband Mitteldeutschland und Verbandsdirektor Alexander Müller zum Thema „Wie kommen wir zu einem klimaneutralen und bezahlbaren Wohngebäudebestand?“ Alexander Müller legte dabei einmal mehr die Vorteile der Initiative Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor nahe an welcher sich auch der vdw Sachsen beteiligt und erläuterte sie. Vielen Dank an alle Mitwirkenden für die aufgeschlossene Debatte.
Gemeinsames Treffen von Mirjam Philipp vom Partnerverband VSWG und unserem Verbandsdirektor Alexander Müller am 14. April mit Thomas Löser, dem wohnungspolitischen Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. Neben dem Abgleich zu Themen wie Sanierung, #eubau und Förderung wurde dabei auch die Idee und die Fakten hinter der Initiative Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor vorgestellt, welcher sich unsere Verbände angeschlossen haben. Auch wenn die Bündnisgrünen keine Regierungsverantwortung mehr haben, bleiben sie nicht nur wegen der in Sachsen auf zusätzliche Stimmen angewiesenen Koalition ein wichtiger Gesprächspartner. Vielen Dank daher an Thomas Löser für den offenen und konstruktiven Austausch!
Was für ein fantastisches Resümee unserer ersten Mitteldeutschen Zukunftstagung Leipzig. Wir waren begeistert vom spannenden und informativen Programm.
Unter der Fragestellung „Kursänderung in Sicht?” hatten wir uns mit den zentralen Herausforderungen und Chancen der mitteldeutschen Wohnungswirtschaft auseinandergesetzt. Themen wie Nachhaltigkeitsberichterstattung, innovative Geschäftsmodelle und technische Lösungen für die Zukunft standen im Mittelpunkt. Die Vorträge, Diskussionen und der Austausch haben uns wertvolle Impulse gegeben, um den Wandel aktiv zu gestalten und die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.
Ganz außergewöhnlich war die Vielfalt der Perspektiven: Von praxisnahen Einblicken in nachhaltigen Stadtumbau bis hin zu zukunftsweisenden Finanzierungsmodellen – all das hat gezeigt, wie innovativ und engagiert unsere Branche ist. Ein großer Dank an alle Referentinnen und Referenten, die mit ihren Beiträgen nicht nur ihr Fachwissen geteilt, sondern auch Inspiration geliefert haben. Ebenso Danke an die Sponsoren und Aussteller, deren Unterstützung diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat. Eine großartige Leistung haben auch unsere Moderatorin Cornelia Heller und das Orga-Team geleistet.

Ein herzliches Dankeschön aber insbesondere auch an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wir waren wir schier überwältigt von dem enormen Zuspruch. Wir waren restlos ausgebucht und einen besseren Beweis dafür, dass wir mit unseren Themen richtig lagen, gibt es nicht.
Ist nun aber eine Kursänderung in Sicht? Das ist selbstverständlich eine Frage, die wir – nicht zuletzt auf unserer vorgelagerten Pressekonferenz an die Politik gestellt haben. Aber die Frage richtet sich natürlich vor allem auch an uns selbst und wir haben auf dieser Tagung Antworten darauf erhalten und gegeben die sich mit einem klaren JA beschreiben lassen. Die gewonnenen Erkenntnisse sind der passende Kompass, um gemeinsam in Richtung einer zukunftsfähigen Wohnungswirtschaft zu steuern.
Und bei diesem Erfolg ist klar, es muss und es wird auch in Zukunft wieder eine Mitteldeutsche Zukunftstagung geben. Und das funktioniert nur deshalb so gut, weil unsere mitteldeutschen Wohnungsunternehmen und unsere mitteldeutschen Verbände so wunderbar zusammenarbeiten.
Zur Sicherung des bezahlbaren Wohnens
Leipzig, 1. April 2025 – Die mitteldeutschen Verbände der sozial orientierten Wohnungswirtschaft fordern in einer gemeinsamen Pressekonferenz eine stärkere politische Unterstützung zur Sicherung des bezahlbaren Wohnraums. Sie benennen konkrete Maßnahmen, um soziale Stabilität zu gewährleisten und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Wohnungsunternehmen zu erhalten. Sie appellieren an die politischen Entscheidungsträger, diese Maßnahmen in ihre wohnungspolitischen Programme aufzunehmen, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Wohnungsmarktes wirksam zu begegnen.
Sozial orientierte Wohnungsunternehmen: Garant für bezahlbares Wohnen
„Die kommunalen Wohnungsgesellschaften und die Wohnungsgenossenschaften aus Mitteldeutschland sind ein Garant für soziale Stabilität in den Nachbarschaften und Quartieren unserer Städte und Gemeinden. In den rund 1,1 Mio. Wohnungen finden fast 2 Mio. Menschen ein sicheres und bezahlbares Zuhause. Durch die bereits heute absehbaren enormen Veränderungen in der nächsten Dekade stehen unsere Mitgliedsunternehmen jedoch vor Herausforderungen, die sie an die wirtschaftliche Belastungsgrenze und in Teilen auch darüber hinausbringen werden. Es braucht einen engen Schulterschluss zwischen Gesellschaft, Politik und Wohnungswirtschaft, um die Transformationsprozesse in unseren Ländern auch zukunftsoptimistisch anzugehen. – Hier und heute, nicht erst in fünf oder zehn Jahren,“ sagt Dr. Matthias Kuplich, Verbandsdirektor des VdWg Verband der Wohnungsgenossenschaften Sachsen-Anhalt.
Transformation der Wohnungsbestände pragmatisch und wirtschaftlich gestalten
Verbandsdirektor Alexander Müller vom vdw Sachsen ergänzt: „Der Gebäudesektor stellt eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität dar – eine Herausforderung, die bezahlbar und sozial gerecht gestaltet werden muss.“ Ein neuer wissenschaftlich fundierter Ansatz zeigt, dass dies möglich ist: durch den Praxispfad zur CO₂-Reduktion im Gebäudesektor anstelle starrer Effizienzstandards. Dieser Praxispfad verfolgt realistische Klimaziele bis 2045 und kombiniert soziale Gerechtigkeit mit wirksamer CO₂-Reduktion: erneuerbare Wärme statt teurer Dämmstandards, geringere staatliche Förderbedarfe und bezahlbare Mieten durch wirtschaftlich sinnvolle Sanierungen. Statt Bürokratie setzt er auf klare, planbare Regeln und stärkt den Erhalt bestehender Gebäude.
Auch der generationengerechte Umbau darf nicht vernachlässigt werden. Allein in Dresden werden bis 2045 rund 27.400 barrierearme Seniorenwohnungen benötigt – ein Bedarf, der mit dem Eintritt der Baby-Boomer ins Rentenalter weiter steigen wird. Barrierefreiheit dient nicht nur Älteren, sondern auch Familien. Die „graue Wohnungsnot“ droht nicht nur in Metropolen, sondern auch im ländlichen Raum. „Ein generationengerechter Umbau bietet die Chance, Leerstand zu vermeiden, Menschen ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter zu ermöglichen und das Wohnangebot insgesamt attraktiver zu gestalten. Denn am Ende darf nicht vergessen werden: Der Hauptzweck einer Wohnung ist es, ein komfortables Zuhause zu bieten – ein Ort, an dem sich Menschen wohlfühlen“, sagt Verbandsdirektor Alexander Müller vom vdw Sachsen.
Bestandserhalt und Neubau müssen Hand in Hand gehen
Dabei dürfen Bestandserhalt und Neubau nicht gegeneinander ausgespielt werden – sie müssen Hand in Hand gehen. „Wir brauchen nicht nur den Erhalt unserer Wohnungsbestände, sondern auch mutigen und bezahlbaren Neubau. Die Menschen in Mitteldeutschland dürfen nicht die Leidtragenden von Bürokratie, steigenden Baukosten und fehlender Förderung sein. Wir appellieren an die neue Bundesregierung: Geben Sie uns die Werkzeuge in die Hand, damit wir als Wohnungswirtschaft weiter Verantwortung übernehmen können – für sozialen Zusammenhalt, bezahlbaren Wohnraum und eine lebenswerte Zukunft“, fordert VSWG-Vorstand Mirjam Philipp.
Doch dafür braucht die mitteldeutsche Wohnungswirtschaft endlich die nötigen Rahmenbedingungen. Die aktuellen Baukosten und Zinsen erfordern zur Refinanzierung Mieten von 18 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Das ist für viele Menschen schlicht nicht bezahlbar. „Deshalb fordern wir eine konsequente Entlastung: Verschlanktes Baurecht, praxisnahe und bezahlbare Standards statt Überregulierung, schnellere Genehmigungs-verfahren und vor allem: eine verlässliche, langfristige und maßgeschneiderte Förderung – nicht nur für Neubau, sondern auch für den Bestand, sagt Mirjam Philipp während der Pressekonferenz. Und sie führt weiter aus: „Außerdem braucht es endlich die Anerkennung, dass Bestandserhalt und Neubau keine Gegensätze sind. Beides ist unverzichtbar, um den sozialen Zusammenhalt, die Klimaziele und die Stärkung unserer Regionen unter einen Hut zu bringen. Wir sagen: Machen statt blockieren – ermöglichen statt erschweren. Die neue Bundesregierung hat es jetzt in der Hand, die richtigen Weichen zu stellen. Wir sind bereit – aber wir brauchen Verlässlichkeit.“
Finanzierung der Herausforderungen durch eine faire Lastenverteilung
Zwischen Mietern, Vermietern, der öffentlichen Hand und den Energieversorgern nehmen letztere eine immer entscheidendere Rolle ein, um das Wohnen bezahlbar zu halten. „Nur durch eine faire Lastenverteilung und gemeinsame Kraftanstrengung aller werden sich die Herausforderungen meistern lassen. Die Vermieter werden sich um Effizienz bei der Sanierung und dem Betrieb ihrer Wohnungen bemühen, Mieter und Mieterinnen können über ihr Verbrauchsverhalten einen entscheidenden Einfluss nehmen und die öffentliche Hand kann mit ausreichend hohen Fördermitteln und möglichst wenig Regularien auf dem Wohnungsmarkt unterstützen. Die Energieversorger müssen unbedingt bis zum Verbraucher denken und Kooperation mit Wohnungsunternehmen eingehen, um die optimalen Lösungen zu finden. Im Mittelpunkt sollte dabei immer Kosteneffizienz in Erzeugung und Dienstleistung stehen. Außerdem sollte meiner Meinung nach auch ein adjustiertes Geschäftsmodell diskutiert werden. Damit meine ich die Beteiligung der Großvermieter an den ersparten Kosten durch Kundenbetreuung- und Inkasso-Outsourcing“, sagt Frank Emrich, Verbandsdirektor des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V..
Leerstandsprobleme lösen, ländliche Räume stärken
Die Herausforderungen und Handlungsnotwendigkeiten für schrumpfende ländliche Räume in Ostdeutschland sind enorm. Die Absicherung einer leistungsfähigen Daseinsvorsorge bei sinkenden Bevölkerungszahlen und einem altersstrukturellen Wandel bedarf einer Neuausrichtung der gesamten Infrastruktur im ländlichen Raum.
Viele Kommunen mit Haushaltssicherungskonzepten und hoher Verschuldung durch Kassenkredite sind zur Übernahme freiwilliger Aufgaben der Daseinsvorsorge kaum noch in der Lage und es bedarf daher einer deutlichen Verbesserung und Stärkung der kommunalen Finanzen.
Die Bereitstellung einer nachhaltigen Städtebau- und Wohnungsbauförderung
und Konzentration dieser Mittel auf den Bestand zur Finanzierung der notwendigen Investitionen in Energieeffizienz und Barrierereduzierung ist dringend geboten. Dabei bedarf es einer spürbaren Erhöhung der Zuschussförderung“ betont Jens Zillmann, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt e.V..
Die mitteldeutsche Wohnungswirtschaft steht bereit, Verantwortung zu übernehmen – für bezahlbaren Wohnraum, für soziale Stabilität und für eine nachhaltige Zukunft.
Dresden, 25. März 2025. Die sächsische Landesregierung hat im Rahmen der aktuellen Haushaltsverhandlungen das Landesrückbauprogramm gestrichen – und das, obwohl es erst im vergangenen Jahr aufgestockt wurde.
„Diese kurzfristige Entscheidung sendet ein fatales Signal“, betont VSWG-Vorstand Mirjam Philipp. „Statt verlässlicher und planbarer Rahmenbedingungen, die für die Wohnungswirtschaft unerlässlich sind, herrscht nun erneut Unsicherheit.“ Besonders im ländlichen Raum sei der Rückbau weiterhin dringend notwendig.
Auch Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen, zeigt sich enttäuscht: „Unsere Mitgliedsunternehmen – Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften – haben bis 2030 einen Rückbaubedarf von bis zu 5.000 Wohnungen gemeldet.“
Dass das Rückbauprogramm im vergangenen Jahr nicht vollständig ausgeschöpft wurde, sei kein Zeichen mangelnden Interesses, so Müller weiter. Eine Kleine Anfrage im Sächsischen Landtag und die Antwort des zuständigen Staatsministeriums SMIL belegen das Gegenteil: Von den bereitgestellten 3 Millionen Euro wurden rund 1,75 Millionen Euro abgerufen, über 300 Wohnungen konnten damit zurückgebaut werden. Angesichts des späten Programmstarts Mitte 2024 sei dies eine bemerkenswert hohe Abrufquote. „Diese hätte noch deutlich besser ausfallen können, wenn – wie von unseren Verbänden wiederholt gefordert – auch Teilrückbaumaßnahmen förderfähig gewesen wären“, resümiert Müller.
„Wir setzen nun umso stärker darauf, dass die bestehenden Förderinstrumente im sozialen Wohnungsbau weitergeführt und verbessert werden“, fordern Philipp und Müller gemeinsam.
Insbesondere die Richtlinien preisgünstiger Mietwohnraum (pMW) für die Sanierung sowie gebundener Mietwohnraum (gMW) für den Neubau müssten so ausgestaltet sein, dass sie im Sanierungsbereich weiterhin praktikabel und beim Neubau wirtschaftlich tragfähig bleiben.





















