Dresden, 24. Juni 2026. Die Ansiedlungen der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden sind eine große Chance für Sachsen. Gleichzeitig erhöhen sie den Handlungsdruck auf den Wohnungsmarkt in Dresden und das Umland erheblich. Nach den vorgestellten Szenarien ist mit 7.000 bis 15.000 zusätzlichen Zuziehenden zu rechnen. Rund 70 Prozent davon könnten ihren Wohnsitz in Dresden wählen. Daraus würde sich allein für Dresden ein zusätzlicher Bedarf von bis zu 3.000 bis 5.000 Haushalten ergeben.
Für den Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen e.V. (vdw Sachsen) und den Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG), die beiden Vertreter der sozial orientierten Wohnungswirtschaft im Freistaat, steht deshalb fest: Fachkräftegewinnung, Wohnraumversorgung und Mobilität müssen von Beginn an gemeinsam gedacht und strategisch aufeinander abgestimmt werden.
„Die Halbleiterindustrie stärkt den Wirtschafts- und Innovationsstandort Sachsen nachhaltig. Damit diese Entwicklung auch gesellschaftlich erfolgreich ist, muss die Wohnraumversorgung frühzeitig Bestandteil der Standortpolitik werden“, so VSWG-Vorstand Mirjam Philipp. „Fachkräfte entscheiden sich nicht allein für einen Arbeitsplatz. Sie entscheiden sich für ein Lebensumfeld mit bezahlbarem Wohnraum, guter Infrastruktur, kurzen Wegen und attraktiven Bildungsangeboten. Unsere Mitgliedsunternehmen können hier mit ihrer Bestandsnähe, ihrer Quartierskompetenz und ihrer langfristigen Verantwortung einen wichtigen Beitrag leisten.“
Die Ausgangslage bleibt anspruchsvoll. Zwar ist der Dresdner Wohnungsbestand in den vergangenen Jahren gewachsen, doch verfügbare Wohnungen befinden sich nicht zwangsläufig dort, wo neue Nachfrage entsteht, oder entsprechen den Anforderungen der künftigen Nutzergruppen. Gleichzeitig ist der Neubau angesichts hoher Baukosten, gestiegener Finanzierungskosten und wirtschaftlicher Risiken vielfach nicht darstellbar. Hinzu kommt, dass die Wohnraumbedarfe sehr unterschiedlich ausfallen. Internationale und nationale Fachkräfte, Beschäftigte in der Produktion sowie Familien benötigen unterschiedliche Wohnungsgrößen, Wohnlagen, Mobilitätsangebote und soziale Infrastruktur. Gefragt sind daher passgenaue Lösungen von der Aktivierung und Modernisierung bestehender Wohnungen über Belegungsmodelle bis hin zu regionalen Kooperationsansätzen.
„Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Wohnraum entsteht jedoch nicht kurzfristig und nicht ohne verlässliche Rahmenbedingungen“, erklärt Alexander Müller, Verbandsdirektor des vdw Sachsen. „Unsere Mitgliedsunternehmen können Bestände entwickeln, Wohnungen für Fachkräfte verfügbar machen, Belegungsrechte vereinbaren, Werkswohnmodelle unterstützen oder Unternehmenswohnungen verwalten. Dafür braucht es Planungssicherheit, wirtschaftliche Absicherung und eine ausgewogene Balance zwischen neuen Bedarfen und den Interessen der bestehenden Mieterschaft.“
Der vdw Sachsen und der VSWG werben deshalb unverändert weiter für eine frühzeitige und verbindliche Zusammenarbeit von Industrie, Kommunen, Region, Freistaat und Wohnungswirtschaft. Mögliche Instrumente sind langfristige Vermietungsvereinbarungen, Auftragsmodernisierungen und -neubau, der Erwerb von Belegungsrechten, digitale Vermittlungsplattformen sowie abgestimmte Mobilitätskonzepte, beispielsweise durch Werksbusse oder verbesserte ÖPNV-Anbindungen. Wichtiger Faktor ist dabei eine regionale Perspektive. Wohnraumpotenziale im Dresdner Umland können nur dann wirksam genutzt werden, wenn sie mit einer leistungsfähigen und verlässlichen Verkehrsanbindung verknüpft werden. Nur durch ein abgestimmtes Zusammenspiel von Wirtschafts-, Wohnungs- und Verkehrspolitik kann die dynamische Entwicklung des Halbleiterstandortes Sachsen sozial ausgewogen und langfristig erfolgreich gestaltet werden. „Unsere Unternehmen sind unverändert zur Unterstützung bereit“, so die beiden Verbandsdirektoren.
Wie vielfältig Sozial- und Quartiersarbeit in der Wohnungswirtschaft heute ist, zeigte das vdw-Frühstück, das den fachlichen Impuls mit einem offenen kollegialen Austausch verband. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Wohnungsunternehmen Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen, Nachbarschaften stabilisieren und zugleich das Quartier als Ganzes im Blick behalten können.
Den fachlichen Auftakt gestaltete Martin Weinhold aus Plauen mit seinem Impulsvortrag „Quartiersarbeit in der Praxis – Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen durch Beratung, Netzwerkarbeit und gemeinschaftsfördernde Angebote als Teil moderner Wohnungs- und Sozialarbeit“. Anhand praktischer Erfahrungen aus Plauen, insbesondere aus dem Stadtteil Chrieschwitz, gab er einen anschaulichen Einblick in die tägliche Arbeit eines Quartiersmanagers. Deutlich wurde dabei, dass Quartiersmanagement weit mehr ist als die Organisation einzelner Angebote. Es verbindet Beratung, Netzwerkarbeit, Vermittlung, Aktivierung und Koordination und bewegt sich damit an der Schnittstelle zwischen Wohnungswirtschaft, kommunalen Strukturen, sozialen Trägern und den Menschen vor Ort.
Im Vortrag wurden zentrale Aufgaben und Ziele des Quartiersmanagements herausgearbeitet. Dazu zählt, Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen, Zugänge zu Hilfesystemen zu erleichtern, Nachbarschaften zu stärken und Räume für Begegnung zu schaffen. Gerade in Quartieren mit sozialen Herausforderungen kommt es darauf an, verlässliche Ansprechpersonen zu etablieren, Vertrauen aufzubauen und Angebote nicht nur kurzfristig anzustoßen, sondern dauerhaft zu begleiten.
Der Impulsvortrag bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für Nachfragen und führte unmittelbar in einen intensiven Erfahrungsaustausch. Dabei wurde unter anderem deutlich, dass Sozialarbeit und Quartiersarbeit zwar eng miteinander verbunden sind, in der Praxis jedoch nicht ohne Weiteres in einer Person aufgehen können. Die Aufgaben sind jeweils anspruchsvoll und umfangreich; wer einzelne Mieterinnen und Mieter in persönlichen oder wohnungsbezogenen Problemlagen begleitet, Konflikte in Hausgemeinschaften bearbeitet und zugleich quartiersbezogene Netzwerke aufbauen und pflegen soll, stößt schnell an Grenzen.
Zugleich wurde deutlich, wie wertvoll der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen ist. Die Anwesenden profitierten von unterschiedlichen Perspektiven der jeweiligen Teilnehmer. Dabei zeigte sich aber auch, dass gute Lösungen nicht immer eins zu eins übertragbar sind. Kommunen, Jobcenter und soziale Träger arbeiten regional zum Teil sehr unterschiedlich, sodass Vorgehensweisen stets an die jeweiligen örtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden müssen.
Am Ende stand ein positives Fazit der Teilnehmenden. Das vdw-Frühstück bot Raum für fachliche Impulse, offene Fragen und praxisnahe Diskussionen über Herausforderungen, Grenzen und Lösungswege sozialer Arbeit in der Wohnungswirtschaft.
Das vdw-Frühstück ist ein neues Veranstaltungsformat des vdw Sachsen und verbindet fachlichen Input mit praktischem Austausch. Es bietet in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit, mit anderen Fachkollegen ins Gespräch zu kommen und über Probleme, aber vor allem auch Lösungen zu diskutieren.
Wie sichern wir die öffentliche Daseinsvorsorge in Zeiten tiefgreifender Veränderungen? Diese Frage stand im Mittelpunkt beim 3. Tag der kommunalen Unternehmen am 9. Juni 2026 im Penck Hotel Dresden. Der vdw Sachsen und die VKU-Landesgruppe Sachsen begrüßten rund 90 Gäste aus Kommunalwirtschaft, Wohnungswirtschaft sowie Kommunal- und Landespolitik.
Dr. Reiner Haseloff MdL, Ministerpräsident a. D., stellte den praktischen Wert öffentlicher Daseinsvorsorge heraus. Zukunftsfähige Versorgung dürfe nicht an Landesgrenzen enden. Sachsen und Sachsen-Anhalt könnten Kräfte, Wissen und Strukturen stärker bündeln. Für Stadtwerke sah er vor allem in Fernwärme und Strom zentrale Zukunftsfelder. Zugleich warb er für Realismus in der Transformation: Bestehende Netze, vielfach erst nach der Wende aufgebaut, müssten nutzbar bleiben und schrittweise für neue Energieträger ertüchtigt werden. Klimaschutz brauche klare Etappen, solide Finanzierung und Sachverstand. Sein Appell: demokratische Einflussmöglichkeiten nutzen, Zuversicht bewahren und auf das vertrauen, was gemeinsames Handeln möglich gemacht hat.
Oberbürgermeister Bert Wendsche, Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, knüpfte mit seinem Impuls zur Zukunftssicherung der Daseinsvorsorge in Sachsen daran an. Die Leistungsfähigkeit kommunaler Infrastrukturen sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Generationenaufgabe. Sachsen könne auf den Neuaufbau seit 1990 selbstbewusst zurückblicken; gleichzeitig träfen Energie- und Rohstoffkrisen, weltwirtschaftliche Verwerfungen und demografischer Wandel die Kommunen mit großer Wucht. Wendsche warnte vor Wunschdenken: Politisch wünschenswert sei vieles, technisch umsetzbar manches – bezahlbar müsse Daseinsvorsorge immer bleiben. Infrastrukturentwicklung müsse als Gesamtsystem geplant, regional angepasst und mit mehr kommunalem Handlungsspielraum umgesetzt werden.
Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW, richtete den Blick auf die aktuelle Wohnungs- und Klimapolitik. Beim Neubau sprach sie von einer dramatischen Lage: Gestiegene Baupreise, Zinsen und Standards führten zu Mieten, die vielerorts nicht mehr tragbar seien. Nötig seien günstigere Baukosten, kompaktere Grundrisse, schnellere Verfahren und ein praxistauglicher Gebäudetyp E, der Qualität ermöglicht, ohne Komfortstandards immer weiter auszudehnen. Für den Bestand beschrieb sie die ostdeutsche Wohnungswirtschaft als vergleichsweise gut aufgestellt, weil viele Gebäude nach der Wende umfassend modernisiert wurden. Zugleich mahnte Esser Förderprogramme an, die mit der Branche entwickelt werden, damit sie verständlich, nutzbar und realistisch finanzierbar sind.
Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU, ordnete die energiepolitischen Aufgaben aus Sicht der Stadtwerke ein. Energieversorgung müsse sicher, sauber und bezahlbar sein; hinzu komme zunehmend die Resilienz kritischer Infrastrukturen. Netzbetreiber bewältigten steigende Komplexität und müssten auf Angriffe, Störungen und neue Anforderungen reagieren können. Liebing betonte, kommunale Unternehmen seien die Pragmatiker der Energiewende: Ohne sie seien weder Klimaneutralität noch Versorgungssicherheit erreichbar. Der Blick dürfe sich nicht nur auf Erzeugung richten, sondern müsse Netze, Speicher, Wärme, Finanzierung und Umsetzbarkeit zusammenführen. Bei der Wärmewende brauche es konstruktive Lösungen vor Ort und passende Rahmenbedingungen.
Zum Abschluss wurde deutlich, wie eng Wohnungs- und Energiewirtschaft bei der Zukunft der Daseinsvorsorge verbunden sind. Gewünscht wurden mehr Mut zu klaren Entscheidungen, ein praxistauglicher Rahmen für Neubau und Bestand, ein verlässliches Fernwärmepaket und bessere Finanzierungsbedingungen. Der 3. Tag der kommunalen Unternehmen zeigte: Lösungen entstehen dort, wo Kommunen, Wohnungswirtschaft, Versorger und Politik gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Wir danken allen Referenten, Teilnehmern, Ausstellern und Sponsoren für ihre Beteiligung und freuen uns auf den 4. Tag der kommunalen Unternehmen im Jahr 2027.
Praxisbeispiele für starke Quartiere
Erfurt. Vertreterinnen und Vertreter der Wohnungswirtschaft aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kamen am 3. Juni 2026 zum Mitteldeutschen Fachausschuss Sozialmanagement im Wohnungswirtschaftlichen Dienstleistungszentrum (WDZ) in Erfurt zusammen. Im Mittelpunkt standen innovative Ansätze des Sozialmanagements, erfolgreiche Praxisbeispiele aus den Mitgliedsunternehmen sowie aktuelle Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft.
Nach der Begrüßung durch Verbandsdirektor Frank Emrich diskutierten die Teilnehmenden verschiedene Projekte, die zeigen, wie Wohnungsunternehmen soziale Verantwortung übernehmen und Quartiere aktiv mitgestalten können.
Soziale Kümmerer als Brücke im Quartier
Die Vorstellung des Modells der „Sozialen Kümmerer“ aus Sachsen ist aus der Situation heraus geboren, dass die Mieterschaft immer heterogener wird und die sozialen Angebote deshalb individueller gestaltet werden mussten. Die Referentinnen der Wohnungsgenossenschaften aus Chemnitz und Dresden erläuterten anhand von Fallbeispielen, wie niedrigschwellige Ansprechpartner im Quartier Unterstützungsbedarfe frühzeitig erkennen, Netzwerke koordinieren und Bewohner mit Hilfsangeboten verbinden.
Begegnungsstätte als Motor für Stadtentwicklung
Am Beispiel der BWG Halle-Merseburg wurde aufgezeigt, wie aus einer ehemaligen Begegnungsstätte ein Sozial-, Freizeit- und Dienstleistungszentrum entstehen kann. Dieses kann für Genossenschaftsmitglieder vergünstigt und zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und zur Ansprache neuer Zielgruppen von allen Einwohnern der Stadt genutzt werden. Im Fokus standen die Rolle des Sozialmanagements bei der Bewältigung des demografischen Wandels sowie die Bedeutung solcher Einrichtungen für die Quartiersentwicklung und den gesellschaftlichen Mehrwert.
Quartiere von Morgen gestalten
Wie sich klassische Plattenbau-Wohngebiete in Märkten mit hohem Leerstand zu modernen Versorgungsquartieren entwickeln können, zeigte die Wobau Staßfurt. Vorgestellt wurden Ansätze, die Wohnen, Versorgung, Nachbarschaftshilfe und digitale Unterstützungsangebote miteinander verbinden und so insbesondere älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben im Quartier ermöglichen.
Wohnführerschein und Schuldenprävention
Mit dem „Wohnführerschein“ sowie dem Präventionsprojekt „Zwischen Traum und Wirklichkeit“ standen zwei Thüringer Projekte im Mittelpunkt, die junge Menschen frühzeitig für Themen wie Mietrecht, finanzielle Verantwortung und Schuldenprävention sensibilisieren. Die vorgestellten Initiativen setzen dabei auf die Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner aus Wohnungswirtschaft, Kommunen und sozialen Einrichtungen.
Fazit
Der Mitteldeutsche Fachausschuss Sozialmanagement machte deutlich, dass soziale Angebote und quartiersbezogene Dienstleistungen wichtige Erfolgsfaktoren für Wohnungsunternehmen sind. Die vorgestellten Praxisbeispiele zeigten vielfältige Wege auf, wie Wohnungsunternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und lebenswerte Quartiere stärken können.
Das nächste Treffen soll 2028 in Sachsen-Anhalt stattfinden.
Die Ansiedlung und Erweiterung der Halbleiterindustrie in der Region Dresden ist eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Sachsen. Zugleich stellt sie Stadt, Umland, Wohnungswirtschaft und Politik vor eine zentrale Frage: Wo gibt es bereits Wohnraum, der für die benötigten Fachkräfte, ihre Familien und die bereits hier lebenden Menschen nutzbar, aktivierbar oder perspektivisch verfügbar ist? Wo und wie muss neuer entstehen?
Der erwartete Zuzug durch die Halbleiteransiedlungen wird den Wohnungsmarkt in Dresden und der Region weiter spürbar belasten. Wenn es nicht gelingt, vorhandene Wohnraumpotenziale rechtzeitig zu erkennen, zu mobilisieren und bedarfsgerecht verfügbar zu machen, wird die Wohnungssuche zunehmend zum Standortproblem – für die Unternehmen, für die Fachkräftegewinnung und für weitere mögliche Wachstumsimpulse.
Der vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. und der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften VSWG laden Sie deshalb herzlich zur Informationsveranstaltung ein.
Ziel ist es, nach vorn zu schauen: Welche Wohnraumpotenziale gibt es in Dresden und im Umland bereits heute? Welche Bestände können kurz-, mittel- oder langfristig genutzt, weiterentwickelt oder besser zugänglich gemacht werden? Wo müssen neue entstehen? Welche Wohnformen werden tatsächlich benötigt? Welche Beiträge kann die sozial orientierte Wohnungswirtschaft leisten? Und welche Rahmenbedingungen müssen Politik, Verwaltung und Wirtschaft schaffen, damit vorhandene Potenziale für eine tragfähige Wohnraumversorgung wirksam werden können?
Die Veranstaltung soll einen fachlichen, lösungsorientierten Austausch zwischen Wohnungswirtschaft, Verantwortlichen in der kommunalen und Landespolitik sowie weiteren Akteuren ermöglichen. Sie soll dazu beitragen, vom meist zu späten Reagieren ins vorausschauende Handeln zu kommen – mit einem klaren Blick auf die vorhandenen Wohnraumbestände, ihre Nutzbarkeit und ihre Bedeutung für die Entwicklung der gesamten Region.
Im Mittelpunkt stehen die stadtentwicklungspolitischen Herausforderungen der Wohnraumversorgung im Kontext der Chipindustrieansiedlungen, die Wohnpotenziale in Dresden und im Umland, konkrete Konzepte der sozial orientierten Wohnungswirtschaft sowie die Anforderungen internationaler Fachkräfte und der Unternehmen an geeigneten Wohnraum.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und auf eine offene Diskussion darüber, wie die Region Dresden die wirtschaftliche Dynamik der Halbleiteransiedlung mit einer tragfähigen, sozialen und bedarfsgerechten Nutzung vorhandener und perspektivisch verfügbarer Wohnraumpotenziale verbinden kann.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Hausmeister übernehmen in Wohnungsunternehmen eine wichtige Schnittstellenfunktion: Sie sorgen für Ordnung, Sicherheit und Funktionsfähigkeit in Gebäuden und Außenanlagen, sind häufig erste Ansprechpartner für Mieterinnen und Mieter und unterstützen die Verwaltung bei technischen, organisatorischen und servicebezogenen Aufgaben.
Die zertifizierte Weiterbildung für Hausmeister des vdw Sachsen vermittelt hierfür das notwendige Grundlagenwissen. Im Mittelpunkt stehen theoretische, technische und rechtliche Inhalte ebenso wie wohnungswirtschaftliche Kenntnisse rund um die typischen Tätigkeiten und Aufgabengebiete von Hausmeistern. Ergänzt wird die Weiterbildung durch den Themenkomplex serviceorientierte und deeskalierende Kommunikation sowie einen Praxis-Tag, der den Transfer des Erlernten in den beruflichen Alltag unterstützt.
Termine und Themen:
- Donnerstag, 01.10.2026 – Grundlagen der Gebäudetechnik
- Freitag, 02.10.2026 – Grundlagen Betriebs- und Heizkosten
- Dienstag, 06.10.2026 – Serviceorientierte und deeskalierende Kommunikation
- Donnerstag, 19.11.2026 – Schimmelpilzbildung in Wohnräumen
- Dienstag, 24.11.2026 / Mittwoch, 25.11.2026 – Der Hausmeister im Facilitymanagement – mietrechtliche und praktische Aufgabengebiete
- Dienstag, 01.12.2026 – Praxis-Tag Wohnungsabnahme / Verkehrssicherungspflicht (in Dresden)
Weitere Informationen zur Zertifizierten Weiterbildung für Hausmeister finden Sie hier.
Das von der EU 2019 initiierte Programm „Neues Europäisches Bauhaus“ arbeitet an Projekten und Themen, die unsere Lebensräume nachhaltig, inklusiv und zukunftsfähig gestalten – in Städten, Regionen und Nachbarschaften.
Anlässlich des diesjärigen Festivals zum Neuen Europäischen Bauhaus laden das Zentrum für Baukultur Sachsen die ehemalige Präsidentin des Architects Council of Europe und Geschäftsführerin des Verbindungsbüros der Deutschen Architektenkammer in Brüssel ein, um mit ihr und VertreterInnen der sächsischen Wohnungswirtschaft über die Möglichkeiten und Teilhabe am Programm des Neuen Europäisches Bauhauses zu sprechen. Im Zentrum stehen dabei die Fragen: Wie kann bezahlbarer Wohnraum nachhaltig, gemeinschaftsorientiert und ästhetisch ansprechend gestaltet werden? Wie kann der NEB-Wertekompass in Bauvorhaben partizipativ umgesetzt werden? Wie können möglichst viele Kompetenzen und Wissensfelder in Planung und Gestaltung einbezogen werden? Und: welche Leuchtturmprojekte weisen bereits mögliche Wege in diese Zukunft?
IMPULSVORTRAG:
- Ruth Schagemann, Architektin, Verbindungsbüro der Deutschen Architektenkammer, Brüssel
PODIUM:
- Ruth Schagemann, Architektin, Verbindungsbüro der Deutschen Architektenkammer, Brüssel
- Marion Kempe, Architektin, Leiterin der Geschäftsstelle der Dezentrale, Dresden
- Alexander Müller, Verbandsdirektor, Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen e.V., Dresden
- Thüringer IBA Projekt (angefragt)
- Moderation: Katja Stintz, freie Mitarbeiterin ZfBK Sachsen
Die Veranstaltung findet am 15.06.2026 ab 18:30 Uhr im Kulturpalast Dresden statt.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Als besondere Förderung vergibt der GdW jedes Jahr jeweils drei Stipendien für die bundesweit besten Absolventen der Ausbildung zum/zur Immobilienkaufmann/-frau, die sich weiter qualifizieren möchten. Die jungen Immobilienkaufleute sollen auf diese Weise für ihre herausragende Leistung belohnt und gleichzeitig für eine Karriere in unserer Branche motiviert werden.
Die Stipendien stehen für einen berufsbegleitenden Bachelorstudiengang an einer von den wohnungswirtschaftlichen Verbänden eingerichteten Hochschule zur Verfügung.
Auf die GdW-Stipendien für das kommende Wintersemester können sich Immobilienkaufleute bewerben, die ihre Ausbildung bei einem Mitgliedsunternehmen einer unserer Regionalverbände abgeschlossen haben und die auch nach der Ausbildung bei einem Mitgliedsunternehmen tätig sind. Bewerbungsfrist ist der 31. August 2026.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Das vdw-Frühstück verbindet fachlichen Input mit praktischem Austausch.
Beim ersten vdw-Frühstück am 12. Juni 2026 steht die Sozial- und Quartiersarbeit im Mittelpunkt.
Sozialarbeiter in der Wohnungswirtschaft unterstützen einzelne Mieter und Hausgemeinschaften, wenn diese Schwierigkeiten beim Wohnen haben. Sie greifen ein, wenn Mieter mit ihrer Wohnung nicht mehr zurechtkommen, vermitteln bei Streit unter Nachbarn und unterstützen Mieter in allen wohnungstypischen, sozialen oder persönlichen Belangen. Dabei haben sie nicht nur den einzelnen Mieter, sondern auch das gesamte Wohnquartier im Blick.
Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die Erfahrung sowie der Austausch mit anderen Sozialarbeitern. Diesen Austausch möchten wir mit unserem vdw-Frühstück fördern.
Beginnen werden wir mit dem Impulsvortrag zum Thema „Quartiersarbeit in der Praxis – Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen durch Beratung, Netzwerkarbeit und gemeinschaftsfördernde Angebote als Teil moderner Wohnungs- und Sozialarbeit“.
Nach dem Impulsvortrag bleibt genügend Zeit, um Kontakte zu knüpfen und zu diskutieren. In entspannter Atmosphäre steht der Austausch über die individuellen Herausforderungen aus dem täglichen Berufsalltag im Vordergrund. Das Frühstück bietet die Möglichkeit, mit anderen Fachkollegen ins Gespräch zu kommen und über Probleme, aber auch Lösungen zu diskutieren.
Weitere Informationen zum vdw-Frühstück finden Sie hier.
Das Bauen mit vorgefertigten Tafeln – heute allgemein Plattenbau genannt – hat nicht nur die DDR stark geprägt. Auch in Westdeutschland gab und gibt es zahlreiche Bauten. Unzählige Wohnungen entstanden vor allem in den 1960er bis 1980er Jahren in dieser Bauweise.
Doch warum baute man so? Was waren die Vorteile, was die Nachteile? Was machte das Wohnen in der Platte aus? Heute brauchen wir wieder dringend viele neue Wohnungen. Es wird auf modulares, serielles Bauen gesetzt. Hat die Platte also eine Zukunft?
Die Ausstellung stellt die unterschiedlichen Etappen des Platten-Wohnungsbaus auf vielfältige Weise vor: Von zeitgenössischen Modellen, Fotos, Entwürfen und eine künstlerische Rauminstallation über spielerische Zugänge und Interviews bis zum digitalen Tetris-Plattenbau-Spiel reicht die Bandbreite der Exponate. Vorgestellt werden die verschiedenen Phasen von 1945 bis heute – und wir wagen einen Blick in die Zukunft.
Die Sonderausstellung wird von Februar bis Ende November 2026 angeboten. Der vdw Sachsen ist Unterstützer dieser Ausstellung.
Veranstaltungshinweis
Das Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V., bei dem der vdw Sachsen Mitglied ist, lädt am 22. Mai 2026 zur Besichtigung der Ausstellung mit anschließender Gesprächsrunde ein. Auch Verbandsdirektor Alexander Müller wird an der Gesprächsrunde als Redner teilnehmen.
Weitere Informationen zu der Veranstaltung des Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V. und zur Anmeldung finden Sie hier.
Bei der Landesregionalkonferenz „Gutes Wohnen für Alleinerziehende“ am 28. Mai 2026 in Dresden werden die Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt, aber vor allem auch konkrete Lösungsansätze im Mittelpunkt stehen.
Diskutiert werden unter anderem:
- besserer Zugang zu bezahlbarem Wohnraum
- Schutz vor Diskriminierung
- familiengerechte und bedarfsgerechte Wohnformen
- stärkere Beratung und Sensibilisierung
- gemeinschaftliche Wohnprojekte und neue Wohnmodelle
Besonders spannend wird der gemeinsame Austausch zwischen Politik, Sozialverbänden und Wohnungswirtschaft. In der Podiumsdiskussion wird auch unser Verbandsdirektor Alexander Müller die Perspektive der Wohnungswirtschaft einbringen und gemeinsam mit weiteren Teilnehmern über konkrete Herausforderungen und notwendige Lösungsansätze für mehr bezahlbaren und passenden Wohnraum diskutieren.
Alleinerziehende leisten täglich enorm viel – gleichzeitig stoßen sie auf dem Wohnungsmarkt häufig auf strukturelle Hürden. Umso wichtiger sind Austausch, politische Aufmerksamkeit und konkrete Maßnahmen.
Verbandsdirektor Alexander Müller wird bei der Podiumsdiskussion die Perspektive der Wohnungswirtschaft vertreten.
Wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung, wichtige Impulse und einen konstruktiven Dialog.
Mit fast 200 Teilnehmern stieß der gemeinsame Thementag „KI ist jetzt – Chefsache und Alltag in der Wohnungswirtschaft“ des vdw Sachsen und VSWG am 19. Mai 2026 im Flughafen Dresden auf großes Interesse. Die hohe Resonanz machte deutlich, dass Künstliche Intelligenz längst kein Zukunftsthema mehr ist, sondern beschäftigt die Wohnungswirtschaft ganz konkret im täglichen Geschäft und auf strategischer Ebene.
Bereits in ihrer Begrüßung betonte VSWG-Vorstand Mirjam Philipp, dass KI heute gleichermaßen Vorstandsaufgabe und Bestandteil des Arbeitsalltags geworden sei. Unternehmen stünden unter wachsendem Druck durch ansteigende regulatorische Anforderungen, Fachkräftemangel und zunehmende Komplexität der Prozesse. KI könne dabei helfen, Mitarbeiter zu entlasten, Abläufe effizienter zu gestalten und Informationen schneller verfügbar zu machen. Dies soll aber immer als Unterstützung des Menschen und nicht als dessen Ersatz gesehen werden.
Zugleich machte Mirjam Philipp deutlich, dass technologische Veränderungen immer auch Veränderungen in Unternehmenskultur, Zusammenarbeit und Führung bedeuten. Genau diese Verbindung aus strategischer Einordnung und konkreten Praxisbeispielen zog sich durch das gesamte Programm des Thementages.
Im Auftaktvortrag zeigte Arne Rajchowski vom DigiWoh Kompetenzzentrum Digitalisierung Wohnungswirtschaft e. V., welche strukturellen Veränderungen generative KI für die Branche mit sich bringt und welche Einsatzmöglichkeiten bereits heute entlang wohnungswirtschaftlicher Kernprozesse bestehen. Dabei wurde deutlich, dass KI weit über klassische Prozessoptimierung hinausgeht und künftig erhebliche Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen haben wird.
Sandra Balicki von der VISARIO Connect GmbH lenkte den Blick auf die organisatorischen Auswirkungen von KI-Einführungen. Ihre zentrale Botschaft: Wer KI einführt, verändert zwangsläufig Prozesse, Rollen, Zusammenarbeit und Entscheidungswege im Unternehmen. Nicht die Technologie selbst sei die größte Herausforderung, sondern die unkontrollierte Nutzung sowie fehlende strategische Steuerung. Erfolgreiche KI-Einführung brauche daher ein stabiles Zusammenspiel aus Organisation, Technologie und Menschen.
Der ursprünglich vorgesehene Vortrag von Tamás Gauder von der VISARIO Connect GmbH musste krankheitsbedingt kurzfristig entfallen.
Einen besonderen Blick auf die sozialen Potenziale von Künstlicher Intelligenz richtete Christian Atz von der Bona Mondo UG mit seinem Vortrag „KIKO – Mehr als ein Chatbot. Eine Begleiterin“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI-gestützte Gespräche alleinlebende ältere Menschen im Alltag unterstützen können. Christian Atz machte deutlich, dass für viele ältere Menschen nicht fehlende Technologie das eigentliche Problem sei, sondern fehlende Gespräche und zunehmende soziale Isolation. KIKO wurde deshalb bewusst nicht als technisches Produkt, sondern als digitale Begleiterin entwickelt, die Gespräche ermöglicht, Orientierung bietet und soziale Teilhabe unterstützen kann. Der Vortrag zeigte, wie KIKO im Alltag niedrigschwellig eingesetzt
werden kann. Gleichzeitig wurde betont, dass KI menschliche Nähe und Fürsorge nicht ersetzen kann, sondern soziale und quartiersbezogene Unterstützungsangebote nur sinnvoll ergänzt. Gerade für die Wohnungswirtschaft eröffnen sich dadurch neue Ansätze, um ältere Menschen länger selbstständig in ihrer Wohnung zu unterstützen und soziale Angebote im Quartier zu stärken.
Ein zentrales Thema des Tages war die Verbindung von Digitalisierung, Energieeffizienz und regulatorischen Anforderungen. Heiko Sander von WSL Wohnen & Service Leipzig GmbH präsentierte konkrete Praxisansätze für ein datenbasiertes Energiemanagement. Im Mittelpunkt standen digitale Verbrauchserfassung, Heizungsmonitoring und KI-gestützte Optimierungen zur Senkung von Energieverbräuchen und CO₂-Emissionen. Die vorgestellten Pilotprojekte zeigten, dass sich durch intelligentes Energiemanagement nicht nur ökologische Ziele erreichen lassen, sondern auch finanzielle Entlastungen für die Mieter möglich sind.
Felix Valentin von der Enerithm Technology GmbH stellte dar, wie sich der klassische Energieausweis künftig zum digitalen Gebäudepass entwickeln wird. Hintergrund sind neue europäische Vorgaben wie die EPBD, die ab Mitte 2026 eine digitale und maschinenlesbare Erfassung von Gebäudedaten verlangen. KI könne hierbei insbesondere bei der Datenextraktion, der Datenanreicherung und der Auswahl geeigneter Sanierungsvarianten unterstützen. Gleichzeitig wurde betont, dass KI weder Fachwissen noch normative Berechnungen ersetzt, sondern als intelligentes Werkzeug dient.
Besonders praxisnah wurde es bei den Erfahrungsberichten aus der Mieterkommunikation. Mia Casadevall von der Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG und Natascha Zorn von der Telesense Kommunikation GmbH stellten mit „WAI“ einen E-Mail-Schreibbot für die Wohnungswirtschaft vor. Die Lösung unterstützt unter anderem bei der automatisierten Bearbeitung und Zuordnung von E-Mails und der Integration in ERP-Systeme unter der Berücksichtigung der DSGVO-konformen Verarbeitung. Ziel ist es, die Mitarbeiter von repetitiven Aufgaben zu entlasten und mehr Zeit für den direkten Mieterservice zu schaffen.
Johannes Lortz von der LebensRäume Hoyerswerda eG stellte gemeinsam mit Karl Giebe von der MANAGBL AI GmbH ihre Erfahrungen mit der KI-Telefonassistentin „Dana“ vor. Ausgangspunkt war ein hohes Telefonaufkommen bei einer gleichzeitig älter werdenden Mitgliederschaft und wachsendem Servicebedarf. Die Referenten machten deutlich, dass KI nicht den persönlichen Kontakt ersetzt, sondern Mitarbeiter entlastet und standardisierte Erstkontakte strukturiert aufnimmt. Entscheidend für die Akzeptanz seien dabei Transparenz, einfache Sprache und verlässliche Prozesse.
Einen ähnlichen Ansatz präsentierte Mark Hülpüsch von der Wohnungsgenossenschaft Aufbau Dresden eG mit ihrer Genossenschafts-KI „WolfGAng“. Der Fokus lag hier auf der vollständigen Integration KI-gestützter Kommunikation in bestehende ERP- und CRM-Prozesse. Ziel ist es, Kommunikationskanäle wie Chat, Voice und Mail zentral zusammenzuführen und Prozesse ohne Medienbrüche zu organisieren. Besonders hervorgehoben wurde dabei die intensive Trainings- und Anpassungsarbeit, die notwendig ist, um KI-Systeme branchenspezifisch und praxisgerecht einzusetzen.
Einen weiteren sehr praxisnahen Einblick in aktuelle KI-Anwendungen gab Jonas Turtschan von der Very & Media GmbH mit seinem Vortrag zum digitalen Homestaging. Anhand des KI-Bildbearbeitungstools Nano Banana pro von Google und anschaulicher Vorher-Nachher-Beispiele zeigte er, wie Künstliche Intelligenz bei der digitalen Aufbereitung und Visualisierung von Wohnräumen eingesetzt werden kann. Dabei wurde deutlich, dass sich leerstehende oder sanierungsbedürftige Wohnungen mithilfe KI-gestützter Tools innerhalb kurzer Zeit realitätsnah möblieren, modernisieren und unterschiedlich gestalten lassen. Der Vortrag machte anschaulich, welche Potenziale digitales Homestaging insbesondere für Vermarktung, Vermietung und Zielgruppenansprache bietet. Durch KI-basierte Visualisierungen können Interessenten bereits frühzeitig ein konkretes Raumgefühl entwickeln und verschiedene Einrichtungs- oder Modernisierungsvarianten vergleichen. Gleichzeitig zeigte Jonas Turtschan auch die Grenzen der Technologie auf und betonte, dass die Qualität der Ergebnisse weiterhin maßgeblich von der fachlichen Steuerung und der kreativen Bewertung durch den Menschen abhängt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf KI-gestützter Protokollierung. Richard Fankhänel von der SpeechMind GmbH zeigte, wie Besprechungen, Gremiensitzungen und Projektmeetings automatisiert transkribiert und protokolliert werden können. Die vorgestellten Lösungen versprechen deutliche Zeitersparnisse bei der Protokollerstellung und Wissenssuche sowie eine lückenlose Dokumentation von Entscheidungen. Gleichzeitig standen Datenschutz, DSGVO-Konformität und transparente Nutzungskonzepte im Mittelpunkt der Diskussion.
Abgerundet wurde der Thementag durch Einblicke in den Einsatz von KI im Planungs- und Architekturbereich. Dr. Ing. Sebastian Horn von der S&P Gruppe zeigte anhand konkreter Beispiele, wie KI bereits heute bei städtebaulichen Studien, Visualisierungen, Variantenentwicklungen und der Generierung von Konzepten eingesetzt wird. Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass Fachwissen und menschliche Bewertung unverzichtbar bleiben. KI könne Prozesse beschleunigen und Variantenvielfalt erhöhen. Die Verantwortung für Qualität und Plausibilität liege jedoch weiterhin beim Menschen.
Der Thementag zeigte eindrucksvoll, wie breit die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz inzwischen in der Wohnungswirtschaft geworden sind – von Energieeffizienz und Gebäudedaten über Mieterkommunikation und Wissensmanagement bis hin zu Planung, Organisation und strategischer Unternehmensentwicklung. Gleichzeitig wurde deutlich: Der erfolgreiche Einsatz von KI erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern ebenso klare Strategien, passende Prozesse sowie die aktive Einbindung der Mitarbeitenden.
Der große Zuspruch und die intensive Diskussion während der Veranstaltung machten deutlich, dass die Wohnungswirtschaft die Chancen der Künstlichen Intelligenz aktiv gestalten will – praxisnah, verantwortungsvoll und mit klarem Fokus auf den Nutzen für Wohnungsunternehmen, Mitarbeiter sowie Mitglieder und Mieter.
Zum Abschluss griff Verbandsdirektor Alexander Müller vom vdw Sachsen diese zentrale Botschaft noch einmal sehr anschaulich auf. Für seine Schlussworte nutzte er eine KI-gestützte Brille mit integriertem intelligenten Teleprompter. Seine Rede ließ er zuvor mithilfe der KI erstellen und konnte sie dadurch frei und ohne Manuskript vortragen. Dieses Beispiel verdeutlichte auf greifbare Weise, worum es beim Einsatz
von KI geht: nicht um den Ersatz menschlicher Verantwortung oder persönlicher Kommunikation, sondern um Unterstützung, Strukturierung und Entlastung im Arbeitsalltag. KI könne vorbereiten, Wissen organisieren und neue Formen des Arbeitens ermöglichen, die persönliche Haltung, Verantwortung und den direkten Austausch jedoch nicht ersetzen.
Alexander Müller betonte zugleich, dass KI kein Selbstzweck sei. Entscheidend bleibe, technologische Entwicklungen aktiv, verantwortungsvoll und mit Augenmaß zu gestalten, damit sie den Menschen und den Unternehmen gleichermaßen dienen. Die Wohnungswirtschaft stehe dabei vor der Aufgabe, die Chancen der Technologie sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig Verlässlichkeit, Transparenz und Menschlichkeit zu bewahren.
Der VSWG und der vdw Sachsen danken den insgesamt 18 Ausstellern sowie vier Sponsoren herzlich für ihre Unterstützung und die Mitgestaltung des Thementages. Ein besonderer Dank gilt zudem allen Referenten sowie den zahlreichen Teilnehmern für den intensiven fachlichen Austausch und die große Resonanz auf die Veranstaltung.
Quelle: VSWG Veranstaltungsbericht


























