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Mitteldeutscher Fachausschuss Sozialmanagement

8. Juni 2026

Praxisbeispiele für starke Quartiere

Erfurt. Vertreterinnen und Vertreter der Wohnungswirtschaft aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kamen am 3. Juni 2026 zum Mitteldeutschen Fachausschuss Sozialmanagement im Wohnungswirtschaftlichen Dienstleistungszentrum (WDZ) in Erfurt zusammen. Im Mittelpunkt standen innovative Ansätze des Sozialmanagements, erfolgreiche Praxisbeispiele aus den Mitgliedsunternehmen sowie aktuelle Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft.

Nach der Begrüßung durch Verbandsdirektor Frank Emrich diskutierten die Teilnehmenden verschiedene Projekte, die zeigen, wie Wohnungsunternehmen soziale Verantwortung übernehmen und Quartiere aktiv mitgestalten können.

Soziale Kümmerer als Brücke im Quartier

Die Vorstellung des Modells der „Sozialen Kümmerer“ aus Sachsen ist aus der Situation heraus geboren, dass die Mieterschaft immer heterogener wird und die sozialen Angebote deshalb individueller gestaltet werden mussten. Die Referentinnen der Wohnungsgenossenschaften aus Chemnitz und Dresden erläuterten anhand von Fallbeispielen, wie niedrigschwellige Ansprechpartner im Quartier Unterstützungsbedarfe frühzeitig erkennen, Netzwerke koordinieren und Bewohner mit Hilfsangeboten verbinden.

Begegnungsstätte als Motor für Stadtentwicklung

Am Beispiel der BWG Halle-Merseburg wurde aufgezeigt, wie aus einer ehemaligen Begegnungsstätte ein Sozial-, Freizeit- und Dienstleistungszentrum entstehen kann. Dieses kann für Genossenschaftsmitglieder vergünstigt und zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und zur Ansprache neuer Zielgruppen von allen Einwohnern der Stadt genutzt werden. Im Fokus standen die Rolle des Sozialmanagements bei der Bewältigung des demografischen Wandels sowie die Bedeutung solcher Einrichtungen für die Quartiersentwicklung und den gesellschaftlichen Mehrwert.

Quartiere von Morgen gestalten

Wie sich klassische Plattenbau-Wohngebiete in Märkten mit hohem Leerstand zu modernen Versorgungsquartieren entwickeln können, zeigte die Wobau Staßfurt. Vorgestellt wurden Ansätze, die Wohnen, Versorgung, Nachbarschaftshilfe und digitale Unterstützungsangebote miteinander verbinden und so insbesondere älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben im Quartier ermöglichen.

Wohnführerschein und Schuldenprävention

Mit dem „Wohnführerschein“ sowie dem Präventionsprojekt „Zwischen Traum und Wirklichkeit“ standen zwei Thüringer Projekte im Mittelpunkt, die junge Menschen frühzeitig für Themen wie Mietrecht, finanzielle Verantwortung und Schuldenprävention sensibilisieren. Die vorgestellten Initiativen setzen dabei auf die Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner aus Wohnungswirtschaft, Kommunen und sozialen Einrichtungen.

Fazit

Der Mitteldeutsche Fachausschuss Sozialmanagement machte deutlich, dass soziale Angebote und quartiersbezogene Dienstleistungen wichtige Erfolgsfaktoren für Wohnungsunternehmen sind. Die vorgestellten Praxisbeispiele zeigten vielfältige Wege auf, wie Wohnungsunternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und lebenswerte Quartiere stärken können.

Das nächste Treffen soll 2028 in Sachsen-Anhalt stattfinden.